"Betret ich nun des Gartens grüne Gänge?" Die Geschichte der Villa Tieck und des Friedenssaals

Zwischen 1844 und 1846 entstand am Haupteingang zum Park Sanssouci die Villa Tieck. Die Villa hatte ihren Namen von ihrem berühmten Bewohner, dem Dichter Ludwig Tieck, der hier auf Einladung Friedrich Wilhelms IV. wohnte.

Dem Vermächtnis der Elisabeth von Bayern, der Frau Friedrich Wilhelm des IV., entsprechend, wurde 1874 dort die heute älteste Kita Potsdams, eine „Kinderbewahranstalt“, eingerichtet. Die Friedenskirchengemeinde wurde Eigentümer. Im Haus sollten auch Räume für Gemeindeversammlungen und andere Veranstaltung genutzt werden. Die große Zahl der zu „bewahrenden“ Kinder verhinderte diese Nutzung.

Wilhelm I. verfügte daher, dass neben der Villa Tieck, jetzt Elisabeth- oder Friedenshaus, ein Gemeindehaus errichtet werden soll. So entstand 1906/07 der Friedenssaal mit dem Gartenhaus. Der Saal wurde bis 1992 genutzt. Ein äußerst vielfältiges Gemeindeleben war das besondere Kennzeichen dieses Hauses. Leider entsprach es am Ende nicht mehr den inzwischen geltenden Bauvorschriften für Versammlungsstätten. Das Gebäude geriet fast in Vergessenheit.

2009 begann mit Mitteln des Welterbe-Förderprogramms der Bundesregierung eine umfangreiche Sanierung der Villa Tieck und des Friedenssaals. 1,7 Millionen Euro stellte der Bund zur Verfügung, die Stadt Potsdam steuerte einen Eigenanteil von 170.000 Euro bei.

Am 25. September 2011 wurde das sanierte Ensemble offiziell eingeweiht.