Das wollen wir erreichen

Der im März 2002 von sieben Golmer Bürgern gegründete „Kirchbauverein Golm e.V.“ hat sich zum Ziel gesetzt, das einmalige Kirchenensemble am Golmer Reiherberg zu erhalten. Der Zahn der Zeit, unzureichend sanierte Kriegsschäden und sogar Blitzeinschläge haben der „neuen Kirche“, der 1886 eingeweihten „Kaiser-Friedrich-Kirche“, wie auch der „alten Dorfkirche“ aus dem 16. Jahrhundert arg zugesetzt. Zur Wiederherstellung der beiden Kirchen zählt auch die Gestaltung des Umfeldes der Kirche unter Einbezug der alten Anlagen.

Instandsetzung der Kaiser-Friedrich-Kirche

Erstes Ziel war und ist die Instandsetzung des Gebäudes der neuen Golmer Kirche, der Kaiser-Friedrich-Kirche. Diese wurde nach ursprünglichen Plänen des preußischen Baumeisters Gette, des Kronprinzen Friedrich Wilhelm (dem späteren Kaiser-Friedrich III) und seiner Gemahlin, Prinzessin Victoria von England und Irland, geplant und errichtet.

Die Restaurierung des denkmalgeschützten Gebäudes soll entsprechend historischer Vorlagen erfolgen. Die Wiederinstandsetzung soll allerdings so geschehen, dass die heutige, vielseitige Nutzung der Kirche möglich bleibt.

Bereits im Jahre 2004 konnten der Teil unter der Orgel als Winterkirche abgetrennt werden. Im Jahre 2005 wurden die Schallluken des Glockenturms, die Glockenstube, die Ziffernblattnischen der Uhr, die Ziffernblätter und die Uhr selbst wieder hergerichtet werden. Besonders stolz sind wir darauf, dass im Jahre 2006 die schiefergedeckte Spitze des Turmes, der sogenannte Dachreiter, der im Jahre 1971 abgerissen werden musste, da er herunterzustürzen drohte, nun wieder aufgesetzt wurde. Damit erstrahlt das einstmals elegante Erscheinungsbild der Kirche wieder über dem Ort Golm und der traurige Turmstumpf ist Vergangenheit. Am Turm und teils in der Fassade sind die provisorisch geschlossenen Einschüsse aus den letzten Kriegstagen jedoch weiterhin zu sehen.

Mit der Sanierung des Daches 2010 und 2011 konnte die Erhaltung der Bausubstanz gegen den fortschreitenden Verfall gestoppt werden. Die schadhaften, rissigen Betondachsteine aus einer Noteindeckung in den sechziger Jahren, wurden durch Dachziegel ersetzt, die dem Original weitgehend nahekommen: braune Dachziegel mit einem grünen Schmuckmuster im unteren Bereich. Zudem wurden die Dachgaupen wiederhergerichtet und die Sparren des Dachstuhles teilweise ausgetauscht, da sie so abgenutzt sind. Das Hauptziel dieser Maßnahmen war es neben der Herstellung des historischen Erscheinungsbildes die Abdichtung des Daches und der verschiedenen Dachanschlüsse ans Mauerwerk herzustellen, um der überall dringenden Feuchtigkeit ins Gebäude Einhalt zu gewähren.

Um den drohenden Absturz der verbliebenen Glocke zu begegnen wurde 2013 der Glockenstuhl saniert und die Glocke neu aufgehängt. Es folgte die Wiederherstellung der Mauer zur Geiselbergstraße und die der „Kaisertreppe“, sowie die Freilegung der Regenablaufrinnen im Jahre 2016. Im Folgejahr konnte die Dachsanierung mit der Verblechung der Giebelwände abgeschlossen werden.

Dem kundigen Auge eröffnen sich jedoch noch zahlreiche Schäden, die es zu beheben gilt. Kleinere und größere Dinge, wie die Schwammsanierung in dem Raum neben der Orgel, die Zerstörungen oder unsachgemäße Herrichtungen von Fassadenelementen, die Überarbeitung des Kronleuchters, dessen Messingteile unsachgemäß gestrichen wurden und dessen elektrische Verkabelung und Aufhängung erneuerungsbedürftig sind. Schließlich sollte das gesamte Beleuchtungskonzept überdacht werden, damit der Innenraum in neuem Glanz erstrahlt. Eine Aufgabe für die Zukunft sind die verlorengegangenen bunten Glasfenster und die langsam ausbleichenden Bilder im Altarraum. Informieren Sie sich unter Projekte über die geplanten Maßnahmen.

Restaurierung der alten Dorfkirche

Zu den Besonderheiten Golms gehört die erhalten gebliebene, mittelalterliche Dorfkirche, die 1289 erstmals erwähnt wurde. Auch hier haben wir uns die denkmalgerechte Restaurierung zum Ziel gesetzt. Obwohl der marode Zustand der Kirche Ende des 19. Jahrhunderts der Grund für den Kirchneubau war, bewiesen damals schon die Preußischen Hoheiten als Bauherren den Weitblick, die alte Kirche stehen zu lassen, ohne allerdings in ihren Erhalt weiter zu investieren. Die geschichtlich wertvollen Grabplatten Golmer Adeliger wurden auf Fürsprache des Kronprinzen aus der alten Kirche geborgen und in der neuen Kirche gebührend ausgestellt.

Der finanzielle Aufwand der Wiederherstellung der alten Dorfkirche ist noch nicht wirklich abzuschätzen, wird aber sicherlich insgesamt bei etwa 1 Millionen Euro liegen. Der Erhalt dieses einmaligen Baudenkmals, das nun schon viele Jahrhunderte überdauert hat, sollte uns dies wert sein. Unter dem Titel “Archäometrie” fanden in Kooperation mit der Universität Potsdam und Partnern Untersuchungen am Baukörper statt, die unser Wissen um die alte Kirche mehren. Wir hoffen diese Ergebnisse in Kürze der Öffentlichkeit bekannt machen zu können.

Die Kirche auf dem Golmer Friedhof ist das älteste genutzte Gebäude der Stadt Potsdam! Keine Kirche, kein Schloss, kein Bürgerhaus in Potsdam sind so alt wie die alte Golmer Kirche, die 1289 die Ersterwähnung Golms belegt – und sicher hat sie da vorher schon gestanden. Auch das sieht die Kirchengemeinde als eine gern übernommene Verpflichtung zum Erhalt dieses Bauwerks und freut sich über die fachkundige Unterstützung von Landesdenkmalamt und Stadt.

Erste Sicherungsmaßnahmen waren allerdings schon jetzt notwendig, denn die Decke der Kirche droht herabzustürzen und nur eingebrachte Stützbalken halten die Decke. Das Holzwerk der Kirchendecke ist nach jahrelangem Feuchtigkeitseintrag vom Schwamm befallen. Das wundert nicht - war doch die Baufälligkeit des kleinen Kirchleins 1883 Anlass zum Bau der "neuen" Golmer Kirche. Seitdem ist nicht viel geschehen... Nun wird die alte Golmer Kirche auf eine Dringlichkeitsliste der Stadt Potsdam gesetzt, so forderte Landesdenkmalpfleger Gräfrath von den Potsdamer Fachleuten. Damit könnten Mittel für die Schwammbekämpfung gewonnen werden. Kirchengemeinde und Architekten arbeiten daran, auch vom Kirchenkreis Potsdam für die Schwammsanierung finanzielle Hilfe zu erhalten, denn mit der Sanierung zweier historischer Gebäude ist die Kirchengemeinde selbst vollkommen überfordert. Mit den Schwammsanierungsmitteln wäre es möglich, den Bestand der jetzigen Friedhofskapelle zu sichern. Zug um Zug soll auch sie dann wieder hergestellt und zu einem schönen Ort werden, der auch wieder genutzt werden kann.

Gestaltung des Kirchengeländes

Zur Wiederherstellung der beiden Kirchen zählt auch die Gestaltung des Umfeldes der Kirche unter Einbezug der alten Anlagen. Es gibt zwar einen historischen Gartenplan, allerdings scheint das Kirchengelände nie genau nach dieser Skizze gestaltet worden zu sein. So muss das Ziel sein, das Kirchengelände entsprechend heutiger Nutzung harmonisch zu gestalten und dabei die Spuren der Vergangenheit behutsam aufzugreifen. Teilweise wertvolle alte Gehölze gilt es dabei ebenso zu erhalten. Die Feierwiese hinter der Kirche, die jedes Jahr zum Johannisfest Hunderte Gäste anzieht, bedarf der Pflege, ebenso wie die Ruhe des Friedhofs zu bewahren ist.

In gemeinsamer Arbeit ist es dem Kirchbauverein bereits gelungen die Kirche durch Entfernung des Wildwuchses wieder dem freien Blick zugänglich zu machen, die Feldsteinmauer zur Geiselbergstraße wieder herzurichten, die Kaisertreppe begehbar zu machen und die Entwässerungsrinnen um die Kirche freizulegen. Diese Arbeiten werden fortgesetzt. Der Weg hinauf zum Eingangsportal wurde gepflastert und einige Parkmöglichkeiten für Kirchenbesucher geschaffen. Die restaurierte Tür empfängt den Besucher nun in den ursprünglichen Farben, die alten Metallbeschläge wurden liebevoll restauriert.