Internationale Nagelkreuzgemeinschaft

2004 wurde der Kapelle an der Garnisonkirche in Potsdam das Nagelkreuz von Coventry verliehen.

Bewusst wurde für diesen Tag der 60. Jahrestag des Widerstands am 20. Juli 1944 gegen Hitler gewählt. Viele der Attentäter waren als Angehörige des Infanterieregiments IR 9 als Gemeindeglieder oder auch als ehemaliger Pfarrer der Garnisonkirche verbunden.

An diesem Tag der Erinnerung an den Widerstand wird der Gedanke der politischen Verantwortung von Christen durch den Gedanken der Versöhnungsbotschaft von Coventry unterlegt: „Versöhnung statt Hass“.

„Das Nagelkreuz von Coventry steht als Zeichen der Versöhnung in vielen Zentren der Welt, in Europa und in Deutschland, wo sich Menschen die Aufgabe stellen, an der Überwindung der Gegensätze mitzuwirken. Die Geschichte des Nagelkreuzes ist von beispielhafter Bedeutung. Am 14.November 1940 zerstörten deutsche Bombengeschwader die Stadt Coventry in England und mit ihr die mittelalterliche Kathedrale St. Michael. Bei den Aufräumungsarbeiten fanden sich in den Trümmern große eiserne Nägel, die seit dem 14.Jahrhundert die schweren Balken des Gewölbes im Kirchenschiff gehalten hatten. Aus drei solcher Nägel wurde ein Kreuz gebildet. Daraus entstand das Symbol des Nagelkreuzes von Coventry, das noch heute auf dem Ruinenaltar steht. Später ließ der damalige Dompropst Richard Howard an die Chorwand dahinter schreiben: ”Father forgive” (Vater vergib). So wurde aus den Überresten der Zerstörung ein Symbol geschaffen, das den Geist der Vergebung und des Neuanfanges ausdrücken will: Versöhnung statt Hass.“ (Deutsche Nagelkreuzgemeinschaft)

Die Stiftung zum Wiederaufbau der ehemaligen Garnisonkirche und die dort beheimatete Profilgemeinde ist Mitglied der Nagelkreuzbewegung von Coventry und der Deutschen Nagelkreuzgemeinschaft.

Dem äußeren Aufbau der ehemaligen Garnisonkirche in Potsdam soll der innere Aufbau als Friedens- und Versöhnungskirche vorausgehen. Die neu aufgebaute Kirche wird ein deutlich anderes Profil als die alte haben.Die Arbeit in der Kapelle und später in der wiederaufgebauten Kirche wird durch die Botschaft von Coventry und durch den Geist der Versöhnung geprägt sein.

In der Kapelle finden regelmäßig Nagelkreuzgebete und Gottesdienste mit dem Versöhnungsgebet aus Coventry statt.

Die Idee der Nagelkreuzgemeinschaft – nach der Regel des Hl Benedikt von Nursia (6.Jhd.) – Leben und Frömmigkeit als eine Einheit zu verstehen, soll in im Dreischritt unserer Arbeit in der Nagelkreuzkapelle: „Erinnern, lernen, leben“ deutlich werden.

Es wird ermutigt zum Leben nach der Lebensregel der Gemeinschaft mit den drei Elementen:

• Versöhnungsgebet und die Fürbitte füreinander,

• gemeinsamer Dienst der Versöhnung in Konfliktbereichen der Welt,

• gemeinsame Lebensregel:

1.    Versöhnung mit der Schöpfung

2.    Gottesdienst als Fest der Versöhnten

3.    Beten im Geist der Versöhnung

4.    In der Gemeinschaft der Versöhnten leben

5.    Persönliches Leben in der Versöhnung mit Gott und mir selbst

6.    Leben im Dienst der Versöhnung

 

“Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünde nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott” (2.Korinther 5, 19-20)

Mehr Informationen unter www.nagelkreuzgemeinschaft.de