2. Mai 2020

Sonntagsauftakt-Andacht von Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst

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3. Mai 2020

Andacht in vier Sprachen von Pfarrer Bernhard Fricke

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3. Mai 2020

Predigt von Pfarrer Tobias Ziemann zum Sonntag Jubilate

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19. April 2020

Predigt von Pfarrer Andreas Neumann zum 19. April 2020

Predigt Quasimodogeniti

 

10. April 2020

Predigten zum Karfreitag

Predigt zum Karfreitag von Pfarrer Tobias Ziemann

Predigt zum Karfreitag von Götz Doyé

Segen zum Karfreitag

Der Herr segne dich!

Kolumne zum Karfreitag und Ostern

Wenn die Kirchturmglocke läutet...

Kirchenpost Extra Karfreitag & Ostern

Evangelische Erlöserkirchengemeinde Potsdam
Evangelische Kirchengemeinde Geltow

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05. April 2020

 

09. April 2020

Eine Andacht, Stille Zeit und ein „nicht ganz alltägliches Mahl“ mit der Familie zu Hause am Gründonnerstag von Pfarrerin Corinna Hentschel und Pfarrer Ronny Hauske

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/Meisterwerk_Gruendonnerstag.pdf

 

05. April 2020

Eine Haus-Andacht für den Palmsonntag von Klaus Büstrin.

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/Andacht-Sonntag-Palmarum-05.04.2020_1.pdf

 

05. April 2020

Eine Andacht zum Palmsonntag von Pfarrer Bernhard Fricke

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/Andacht-am-Sonntag-Palmarum.pdf

 
 

31. März 2020

Mut-mach-Text

Eine Meditation von Klaus Büstrin

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/Mut-Mach-Text.pdf

 

29. März 2020

Eine Haus-Andacht zum Sonntag Judika von Pfarrer Simon Kuntze

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/Andacht-Sonntag-Judica-29.03.2020.pdf

 

29. März 2020

Gottesdienst aus dem Pfarrsprengel Potsdam Erlöser zum Sonntag Judika 2020 von Pfarrer Tobias Ziemann

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/LesepredigtJudika.pdf

 

29. März 2020

Predigt zum Sonntag Judica von Pfarrer Andreas Neumann

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und von unserm Herrn Jesus Christus!

Der Predigttext steht im Hebräerbrief Kapitel 13,12-14

Mit dem Opfer Jesu ist es wie mit diesen Tieropfern:

Weil Jesus gekommen war, um das Volk durch sein eigenes Blut zu heiligen, musste auch er außerhalb der Stadtmauern sterben.

Lasst uns daher zu Jesus vor das Lager hinausgehen und die Schmach auf uns nehmen, die auch er getragen hat.

Denn hier auf der Erde gibt es keinen Ort, der wirklich unsere Heimat wäre und wo wir für immer bleiben könnten. Unsere ganze Sehnsucht gilt jener zukünftigen Stadt, zu der wir unterwegs sind. (Genfer Übersetzung)

Liebe Gäste, Liebe Gemeindeglieder unserer beiden Gemeinden an der Versöhnungskirche!

Einer opfert sich für alle, damit alle leben.

Und das hat zur Folge, dass alle anderen Opfer aufhören.

Einer, Jesus, opfert sich für alle.

Damit sind wir frei von dem Zwang, uns Gott angenehm machen zu müssen.

Ihn uns aus eigener Kraft gewogen zu stimmen.

Versprechungen zu machen, damit er dies oder das tue.

Einer, Jesus, hat sich geopfert ein für alle Male.

Da muss nichts wiederholt werden. Das ist gültig.

Die Schuld ist abgetragen.

Das bleibt so. Für immer.

Glaube dem Gekreuzigten und du findest Versöhnung und Frieden für deine wunde Seele. Vertraue darauf, dass Jesus dein Weg zu Gott ist - du wirst dich mit Gott treffen.

Vertraue dein Leben Jesus an.

Du wirst die Spuren seiner Rede, seines Tuns unter den Menschen, seines Geistes finden in deinem Leben.

Menschliche Opfer sind sinnlos seit jenem Nachmittag auf Golgatha draußen vor dem Stadttor.

Doch das Thema „Opfern“, das sind wir damit nicht losgeworden.

Leider.

Gerade ist es wieder unter uns aufgebrochen.

Wie immer in Krisenzeiten gibt es Opfer zu beklagen.

Es gibt eine scharfe Diskussion zu diesem Thema:

Wie viele Todesopfer darf es geben?

Welche Opfer müssen gebracht werden, um zu vermeiden, dass Ärztinnen und Ärzte eine Auswahl treffen müssen, die für Patienten tödlich ist?

Wie lange darf das öffentliche Leben so sehr eingeschränkt bleiben, wie momentan?

Denn auch das kostet Opfer. Viele Menschen werden die Arbeit verlieren. Existenzen gehen schon jetzt kaputt.

 Schon jetzt opfern sich viele auf, die sich nicht ins sichere Homeoffice zurückziehen können. Kassiererinnen, Pflegekräfte, Mitarbeitende in der öffentlichen Versorgung, Polizistinnen und Rettungskräfte und viele andere mehr.

Ohne ihre selbstverständliche Opferbereitschaft, sich jeden Tag besonderen Ansteckungsrisiken auszusetzen, würde alles zusammenbrechen.

Wie viele Opfer dürfen es sein, damit es eine gute Zukunft geben kann?

Das sind Fragen, die uns überfordern. Das merken wir. Und dennoch brauchen diese Fragen Antworten. Wir müssen die Folgen gemeinsam tragen.

Menschen werden diese Antworten mit dem Leben bezahlen.

Wir werden die Fragen um den Themenkomplex „Opfern“ nicht los.

Die Christinnen und Christen, damals um das Jahr 70 nach Christus, haben das auch gespürt und gewusst.

In ihrer Beziehung zu Gott, da waren sie sich sicher, ist das durch Jesus selbst geklärt.

Aber im Hinblick auf ihre christliche Existenz war es ein großes Thema in der Gemeinde:

Sollen wir uns auf uns selbst zurückziehen und in einem inneren Zirkel verkriechen, damit wir sicherer leben?

Oder sollen wir uns dem Leben „draußen“, vor dem Stadttor, außerhalb des Geltungsbereiches des sicheren Stadtrechtes aussetzen und dabei möglicherweise in Lebensgefahr geraten?

Zum Beispiel durch Christenverfolgung.

Wenn die Gemeinde damals so fragt, geht es um das grundsätzliche Verhalten der Gemeinde gegenüber der sie umgebenden Umwelt.

Als die Gemeinde das überlegt hat, da gab es keine Regeln, die das Zuhause bleiben vorgeschrieben haben. Nicht auf die Straße gehen, um eine Infektionsrate zu senken, das war damals nicht die aktuelle Frage. Und natürlich ist das nicht als Aufforderung zu verstehen, durch unvernünftiges Verhalten, durch „Rausgehen“, andere Menschen zu gefährden.

Da haben Christen keine andere Weisheit als die Virologen.

Wenn die Gemeinde damals also geantwortet hat: „Draußen“, „Draußen“ bei den anderen Menschen, da ist unser Platz, dann war damit die Frage gemeint, wie sehr sie sich als Christen einbringen wollten in die Gesellschaft ihrer Zeit. 

Inmitten der Menschen, die überwiegend Nichtchristen sind, wollen wir leben.

Da wollen wir Gutes tun. So haben sie geantwortet. Da ist der Platz der Gottesbegegnung.

Der Ort, wo wir gefragt sind.

„Draußen“, da ist der Ort, wo wir von Gott mitten im Leben bewahrt werden.

„Draußen“ lernen wir Menschen kennen, die anders als wir denken. Andere werden uns kennen lernen. Dadurch werden wir uns besser kennen lernen.

Heilige sind wir, da waren sich die Christen damals sicher.

Das heißt_ Ich bin aus einer sicheren Beziehung zu Gott heraus für würdig befunden, in Gottes Dienst zu sein. In seinem Auftrag unterwegs bin ich in meinem kleinen Leben. Ich bin eine Große, ein Großer bei Gott.

Mein Vertrauen wird nicht enttäuscht werden.

Längst vergangen geglaubte Fragestellungen sind unter uns plötzlich aktuell.

Manche Vergnügung, der wir uns gerne hingegeben haben, erscheint viel kleiner. Wir vermissen das Cafe´, den Fußball, die Kultur, das zwanglose Beisammensein mit anderen. Keine Frage.

Wir merken aber auch: Es gibt einen Unterschied zwischen lebensnotwendigen und anderen schönen Dingen.

Bei der Frage, gemeinsam Gottesdienst feiern zu können, erleben es die Gemeinden gerade in der Passions-und Osterzeit als besonders schmerzlich, dass das jetzt nicht geht.

Die Christen damals haben das für sich so ähnlich festgestellt.

Im Leben bleibt vieles unerfüllt. Im Leben und im Glauben ist vieles auch immer wieder schwierig.

Das vollkommene Glück findest du auf der Erde nicht.

Da gibt es viele harte Erfahrungen zu machen.

Glaubensprüfungen sind zu bestehen.

Zeiten der Gottesfinsternis sind durchzustehen.

So formulieren sie das Ziel, dass es außerhalb der schönen, bunten, lebenslustigen Stadt, und dass es außer dem anstrengenden „Draußen“ noch die zukünftige Stadt Gottes gibt.

Ein himmlisches Zuhause für alle Ewigkeit, in dem alle Menschen willkommene Aufnahme finden.

In dem allen Menschen Gerechtigkeit widerfahren wird.

Gottes Himmel, die Ewigkeit, das himmlische Jerusalem, unsere Bibel hat viele Beschreibungen dieser guten Stadt Gottes, dort werden die Armen und Rechtlosen in Abrahams Schoß sitzen.

Dort wird es keinen Schmerz, kein Weinen , keine Gewalt, keine schrecklichen Krankheiten, und am Ende viele beantwortete Fragen geben.

Das Erstaunliche ist, dass die Christen, die den Hebräerbrief als Trostschrift schon damals gelesen haben, sich unter den weiten Mantel des großen Hohepriesters Jesus flüchten.

Sie bleiben aber gleichzeitig auch der Welt, der Zeit, in der sie leben, treu.

Sie sind bereit, ihre Lebenszeit einzusetzen füreinander und für andere.

So wird der Ort der finstersten Gottverlassenheit, „Draußen“, vor den Toren der Stadt, so wird die Schädelstätte, der Ort der schmachvollen Hinrichtung des Sohnes Gottes, ihnen zum Ort der Rettung.

Opfer und Hingabe sind der Weg, den die Erlösten gelassen und mutig gehen.

Gott ist auf diesem Weg im Gekreuzigten gegenwärtig.

Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

 

27. März 2020

 

22. März 2020

Eine Andacht zum Sonntag Lätare von Klaus Büstrin

http://www.evkirchepotsdam.de/content/file/Andacht-Sonntag-Laetare-22.03.2020.pdf

 

21. März 2020

Pfarrer Andreas Neumann und Pfarrer Tobias Ziemann veröffentlichen ihre Predigten

Pfarrer Andreas Neumann zum Sonntag Laetare:

Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserm Vater und von unserm Herrn Jesus Christus!

Liebe Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder in Christus!

Der Bundestrainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Joachim Löw, hat in dieser Woche gesagt: „Ich habe so das Gefühl, dass die Welt und vielleicht auch die Erde sich so ein bisschen stemmt und wehrt gegen die Menschen und deren Tun. Denn der Mensch denkt immer, dass er alles weiß und alles kann und das Tempo, das wir so die letzten Jahre vorgegeben haben, war nicht mehr zu toppen. Macht, Gier, Profit standen im Vordergrund. Umweltkatastrophen habe uns nur am Rande berührt.“

Gehe ich davon aus, dass wir auf der Erde in einem System leben, in dem alles miteinander zusammenhängt, dann macht diese Aussage Sinn.

Das System „Erde“ versucht, sich selbst zu heilen, indem es Krankheitssignale sendet.

Indem es die Menschen zwingt, innezuhalten angesichts einer Bedrohung, der wir nicht einfach ausweichen können.

Die wirtschaftlichen und die sozialen Folgen werden einschneidend sein.

Viele werden einen viel zu hohen Preis zahlen müssen.

Könnte sein, dass Vieles, was vollkommen überzogen gewesen ist, auf ein normales Maß zurückfindet. Könnte sein.

„Gott hält die ganze Welt in seiner Hand!“

Das singen wir mit den Kindern im Kindergarten oder in unseren Familiengottesdiensten.

Das ist eine starke Glaubensaussage.

Es ist eine Glaubensaussage, die sich nicht vereinbart mit den Sätzen des Bundestrainers. Die gehen ja davon aus, dass die Erde, die Geschichte, die konkreten Ereignisse selbstlaufende und sich selbst steuernde Abläufe sind.

In den Aussagen des Joachim Löw ist kein Platz für Gott. Da ist kein Platz für Jemanden, der sich liebevoll seinen Geschöpfen verantwortlich weiß.

In dessen Hand wir uns gut aufgehoben fühlen.

Komme, was wolle, wir bleiben in Gottes Hand. Auch wenn wir nicht verstehen, warum jetzt wieder so unermesslich großes Leid über viele Menschen kommt. Auch wenn wir nicht verstehen, warum gerade die Ärmsten der Armen, die Flüchtlinge, gefangen im Niemandsland zwischen geschlossenen Grenzen, den höchsten Preis zahlen müssen. Auch wenn es mich wütend macht, dass es in Europa nicht gelingt, wenigstens die Kinder auf die 140 Städte der Seebrücke zu verteilen, die in Deutschland ihre Aufnahme garantieren würden. Unter anderem unsere Stadt Potsdam.

Wir verstehen nicht viel von den Gründen, den Ursachen, und erst recht noch weniger von den Wirkungen dieses Virus auf unser Denken, unsere Seelen, auf unser Demokratisches Gemeinwesen.

Wir ahnen jede Menge Risiken und befürchten Schlimmes. Sind besorgt oder verängstigt. Viele ziehen sich jetzt erst einmal zurück, so wie es gefordert wird. Aber niemand weiß, wie lange das dauert. Was es genau heißen wird.

Auch im Hinblick auf unseren Glauben also sind da viele offene Fragen.

Seniorinnen aus unserer Gemeinde erinnern sich an Bibelworte wie „Befiehl dem Herrn deine Wege, er wird es wohl machen“. Sie erinnern sich an karge Zeiten, die sie erlebt haben. Die sie gut überstanden haben. In solchen Zeiten geben solche Worte Halt und Grund. Solche Worte halten den Glauben lebendig.

Da bewährt sich die Grundeinsicht: Der Glaube lebt aus dem Wort Gottes.

Das ist eine vollkommen andere Denkrichtung, als die vom selbst laufenden System „Erde“.

Das Wort Gottes ist eindeutiger. Es ist klar.

Es verbietet, in den Kategorien von Schuld oder Strafe zu denken.

Der Glaube an das Wort Gottes hält sich fest an der Zusage Gottes, der Freund der Menschen zu sein und zu bleiben. Beglaubigt durch Jesus Christus.

Wir sollten Ereignisse in der Geschichte nicht dazu benutzen, um diese Zusage Gottes infrage zu stellen,

Gerade wenn etwas geschieht, was uns Gott fragwürdig werden lässt, ist es umso nötiger, sich an Gottes Liebe zu halten.

Am Sonntag „Lätare“, das heißt „Freuet euch!“ – Es ist derjenige Sontag in der Passionszeit, an dem Ostern, der Sieg der Liebe Gottes über allen Tod, schon  hervorschimmert -

hören wir aus dem 2.Brief des Paulus an die Gemeinde in Korinth:

 

„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

der uns tröstet in aller unserer Bedrängnis,

damit wir auch trösten können, die in allerlei Bedrängnis sind,

mit dem Trost, mit dem wir selber getröstet werden von Gott.“

2 Korinther 1, 3+4

Im Lob Gottes, in der Dankbarkeit darüber, was auch gegenwärtig alles reibungslos funktioniert, wenden wir unsere Gedanken in die richtige Richtung.

Mit dem Lob Gottes werden wir nicht aufhören angesichts der Gefahr. Wir werden es stattdessen viel intensiver tun.

Gott tröstet uns. Denn wir gehen in den Spuren des Gekreuzigten Jesus. Wir gehen niemals allein. Wir haben Gottes Liebe in unseren Herzen und Gedanken. Diese Liebe wirkt fort und fort. Das hört niemals auf. Aus dieser Kraftquelle leben wir. Daraus können wir Widerstandskraft und Lebensenergie gewinnen. 

Als Menschen, die eine so großartige innere Sicherheit in ihrem Leben haben, werden wir anderen zum Trost werden.

Trotz schwieriger Bedingungen werden wir aufeinander Acht geben.

Wir werden einander beistehen.

Wir werden genauer zuhören. Wir werden unsere Worte sorgfältiger daraufhin überprüfen, ob sie dem Gesprächspartner, der Gesprächspartnerin weiterhelfen.

Wir werden Menschen ganz bewusst freundliche Worte sagen, die wir sonst gar nicht richtig wahrnehmen: Der Kassiererin im Supermarkt, dem Straßenbahnfahrer, der Reinigungskraft, dem DHL-Mann.

So kann eine Welle der Freundlichkeit und der Wertschätzung unser Land fluten. Das würde vielen Menschen sehr gut tun.

Das wäre der Beginn eines Heilungsprozesses.

Wir leben trotz allem, was geschieht und was noch geschehen mag im Bereich der Liebe Gottes.

Jesus Christus hat den Tod besiegt.

Dadurch leben wir.

Dadurch haben wir „Ewiges“ Leben, selbst wenn es ganz schlimm kommen sollte.

Weil das so ist, brauchen wir nicht überängstlich zu sein.

Wir leben verantwortungsvoll, aber sehr mutig!

Wir können das gegenwärtig leider nicht tun, weil wir nicht zueinander kommen.

Aber ich würde mit den Kindern im Kindergarten gerade jetzt besonders lauthals singen:

„Gott hält die ganze Welt in seiner Hand.!“ Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Pfarrer Tobias Ziemann zum Sonntag Reminiscere:

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus. 2 Durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit, die Gott geben wird. 3 Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt, 4 Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, 5 Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.  Römer 5,1-5
 
Die Gnade unseres Herrn Jesu Christi und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen. Amen
 
Schwestern und Brüder, ein kleines Gedicht von Thomas Gsella hat mich heftig Schlucken lassen in den letzten Tagen. Thomas Gsella ist Satiriker, früher arbeitete er für das Satire-Magazin Titanic. Er hat aber auch schon mehrere Lyrik-Bände herausgebracht, in denen er in kürzester Form klare Gedanken zur Gegenwart äußert. Das Werk der vergangenen Woche lautet „die CoronaLehre“ – und angesichts all dessen, was sich in den vergangenen Wochen in Bewegung gesetzt hat, angesichts aller Maßnahmen und Möglichkeiten, die sich plötzlich zum Schutz vor dem Virus ergeben haben, trifft er mit seiner Beobachtung leider voll ins Schwarze: 
 
 
Die Corona Lehre
Quarantänehäuser sprießen, Ärzte, Betten überall Forscher forschen, Gelder fließen- Politik mit Überschall. Also hat sie klargestellt: Wenn sie will, dann kann die Welt.
Also will sie nicht beenden Das Krepieren in den Kriegen, Das Verrecken vor den Stränden Und dass Kinder schreiend liegen In den Zelten, zitternd, nass. Also will sie. Alles das.
Vielleicht ist es polemisch, das eine gegen das andere hier aufzurechnen? Die Sorge vor einem Virus auf der einen Seite, dessen Gefahr noch nicht so richtig abzuschätzen ist, das Forscherinnen und Mediziner intensiv beschäftigt und die Bevölkerung verunsichert. 
Und auf der anderen Seite die große Last der Kriege, die in Syrien und vielen andern Ländern Menschen dazu bewegen, auf lebensgefährliche Weise ihre Heimat zu verlassen und in Europa ihr Glück zu finden – oder besser: ihr Überleben zu sichern.
Heute aber, am Gedenktag für verfolgte Christinnen und Christen, am Sonntag Reminiszere, der Gott an seine Barmherzigkeit und uns an Gott erinnern soll, stellt sich diese Frage überdeutlich: Ist das richtig, was im Augenblick getan und unterlassen wird? Ist das verhältnismäßig, wieviel Aufwand angesichts von 
 
Covid 19 getrieb wird? Und: entspricht das beides – Tun und Lassen – noch unserer christlichen Verantwortung und Ethik?
Was wird nicht alles getan im Augenblick, um den Westen zu schützen, um eine Pandemie zu verhindern – und was wird alles nicht getan, um Menschen in lebensbedrohlicher Not zu helfen.
Wenn Erdogan plötzlich die Grenzen zu Griechenland öffnet und die EU mit aller Macht versucht, die Eindringlinge wie eine Plage abzuwehren, dann eröffnen sich gewisse Parallelen zum Schutz vor dem Virus, das ja auch nicht eindringen soll, das man draußen halten will, so lange es irgendwie geht.
Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel auf der einen Seite – grenzschützende Soldaten auf der anderen. Fragil scheint die Sicherheit unseres Lebens, bedroht scheint die Gesundheit. Da bedeutet „Mut“ hier bei uns, überhaupt noch in den Gottesdienst zu kommen oder öffentliche Veranstaltungen zu besuchen. Und als fahrlässig sehen es manche an, noch das Abendmahl gemeinsam zu feiern, mit einem Kelch. Dort aber bedeutet Mut, nachts am Feuer zu kauern und immer wieder im Kopf durchzuspielen, wie es gelingen könnte, auf die andere Seite der Grenze zu gelangen.
Die Bigotterie unserer Gegenwart wird deutlich, wo für den Eigenschutz großer Eifer geübt – für den Schutz anderer Menschen, für das Überleben Tausender aber kaum etwas getan wird. „Also will sie alles das.“ Die Welt, die Gesellschaft, das System, in dem wir zu Hause sind, so schlussfolgert es Thomas Gsella - wenn nicht größere Räder in Bewegung gesetzt werden, um endlich den Frieden und auch die globale Gerechtigkeit zu fördern und zu erreichen. 
 
Natürlich habe ich da leicht reden. Ich fühle mich weder vom Corona-Virus noch von den Menschen an der Türkisch-Griechischen Grenze sonderlich bedroht. Wer sich bisher nicht wegen der Influenza in den Ausnahmezustand versetzt gefühlt hat oder wer sogar die Impfung nicht in Anspruch genommen hat, der sollte jetzt wohl besser schweigen und Besonnenheit bewahren.
Auch wer die Bilder aus leeren und bezugsfertigen Flüchtlingsunterkünften in vielen deutschen Orten gesehen hat, dazu die aktuellen Möglichkeiten der Versorgung und der Ernährung in den Supermärkten – der braucht die Hilfe suchenden Kriegsflüchtlinge – und um die geht es im Konflikt mit der Türkei – der braucht diese Menschen nicht zu fürchten. 
Angela Merkel wurde für ihren einen großen Satz „Wir schaffen das“ oft angefeindet. Aber mit welchen Worten sollten wir denn sonst reagieren, wenn eine Herausforderung vor uns liegt? Sollten wir uns gegenseitig verrückt machen und sagen: „Nein, das schaffen wir nicht? Daran gehen wir zugrunde? Das wird nichts mehr?“, wenn Ungeplantes oder Schweres uns herausfordert? 
Ich glaube, als Christen dürfen wir so nicht reden und uns von Ängsten treiben lassen. Und ich meine das nicht parteipolitisch, sondern komme aufgrund der Worte von Paulus für diesen Sonntag zu diesem Schluss:
Vom „Frieden mit Gott“ schreibt der Apostel uns im Römerbrief und von der Gerechtigkeit, in der wir stehen. Vom Heiligen Geist, der in unsere Herzen ausgegossen ist. Von Bedrängnis und Not schreibt er – und in all dem von der Hoffnung, die stärker ist als die Angst. Das ist die Verbindungslinie. 
 
Und ich glaube, wenn wir Christen heute in dieser Welt, in diesem Land, überhaupt noch eine besondere Rolle spielen können, dann wird es keine andere sein als die der Hoffenden. Die Rolle derer, die das Licht der Welt in der Dunkelheit verkündigen. 
Schwarzmahlen und sich grämen, das ist eine natürliche Haltung des Menschen, der sich sowohl um seine Gesundheit als auch um seine Sicherheit, sein Hab und Gut sorgt. Wir wollen uns vor Angreifern schützen, unser Überleben sichern, den Besitzstand wahren, ohne Zweifel. Paulus jedoch macht mit seinen Worten deutlich, dass uns dagegen die größte nur vorstellbare Hoffnung geschenkt ist, eine Widerstandskraft gegen alle Ängste um die eigene Existenz. 
Der so genannte „Kettenschluss“ von Paulus darf ganz gewiss nicht dazu missbraucht werden, Leiden oder Bedrohungen herunterzuspielen oder gar zu verherrlichen. Er schreibt ja „dass Bedrängnis Geduld bringt, Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung, Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden…“ 
Ich werde mich hüten, einem Menschen in Bedrängnis vorschnell zu sagen, dass aus dieser Not am Ende der Bewährungsprobe doch wieder Hoffnung entstehen wird. Es ist falsch, Bedrängnisse herunterzuspielen.  
Aber indem Paulus selbst diesen Schluss für sein angefochtenes und gefährliches Leben zieht, wird er damit zum Vorbild im Glauben und eben in der Hoffnung auf Gott, dessen Liebe ausgegossen ist in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. 
 
Schwestern und Brüder, gerade dieser Satz ist einer von vielen Meilensteinen des Römerbriefes, den ich wie ein Mantra, wie eine Meditation oder sogar wie ein Schutzschild verstehe in der Anfechtung, in der Angst um mein Leben, um meine Sicherheit: 
Die Liebe Gottes ist ausgegossen in mein Herz, in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns in der Taufe gegeben ist.
Durch die Taufe ist da etwas in mir, das dem „natürlichen Menschen“, den ich vorhin zitiert habe, widerspricht. Da sagt die eine Stimme: „ich muss mich wehren, ich muss auf der Hut sein, weil alles den Bach herunter geht, weil die Gesellschaft verroht und die Gefahren immer größer werden.“ 
Aber die andere Stimme sagt, dass Gott seine Liebe in mir ausgegossen hat. Dass ich durchströmt bin vom Heiligen Geist und mir keine Sorgen machen brauche, trotz aller Gefahren. Und diese Stimme ist so viel heilsamer, ist so viel freundlicher als die Stimme der Angst und der Sorgen.
In der Wirtschaft spricht man heute manchmal vom USP, dem „unique selling point“ eines Produktes, auf Deutsch ist das ein „Alleinstellungsmerkmal“ auf dem Markt. Niemand anderes kann Dir so gute Elektroautos bieten, niemand anderes bessere Preise für Polstermöbel oder Lebensmittel, was auch immer. Mit dem „Alleinstellungsmerkmal“ jedenfalls geht man offensiv in die Werbung für sein Produkt, um es gut zu verkaufen. 
Und ich glaube, dass unser christliches USP, unser Alleinstellungsmerkmal auf dem Markt der Weltanschauungen, dass das die Hoffnung ist, die Hoffnung in der Anfechtung und in der Not.  
 
Dafür hat Gott seinen Sohn den Weg des Leides gehen lassen. Dafür hat er sich liebevoll zu uns gebeugt, hat trotz aller Schuld seinen Frieden mit uns gemacht – damit wir Hoffnung hätten in der Not und die nötige Widerstandskraft in aller Dunkelheit und Anfechtung – und damit wir die Welt mit unserer Hoffnung, mit unserem Licht bereichern.
Deshalb ziehen wir uns heute nicht aus Furcht vor einem Virus in unsere Schneckenhäuser zurück, sondern feiern gemeinsam Gottesdienst. Und deshalb verschließen wir auch nicht die Augen vor der Not der Menschen an den Außengrenzen der EU oder vor den Verfolgten und Gedemütigten in aller Welt. Sondern wir bewahren uns die Hoffnung und die Solidarität mit ihnen, so wie Gott mit uns allen solidarisch ist. 
Unsere Solidarität muss dann auch – wie Thomas Gsella es anstößt – ein Nachdenken darüber beinhalten, was verhältnismäßig ist und was nicht, was richtig ist und was nicht, zwischen vermeintlichen und wirklichen Bedrohungen dieser Zeit. 
Gottes Solidarität aber wird uns dazu verhelfen, jede dieser Herausforderung zu meistern und – mit den Worten Dietrich Bonhoeffers – „immer genau so viel Kraft zu haben, wie wir brauchen.“ Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. Was sollte uns anderes leiten als Hoffnung? Amen
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen
 

 

 

13. März 2020

Zu Hause beten

"Guter Gott,

die Corona-Krise macht uns Angst. Solch eine Situation hatten wir noch nie.

Auf der ganzen Welt werden Menschen deswegen krank.
Und noch viel mehr bleiben zuhause oder auf Abstand zueinander, um sich nicht anzustecken mit dem neuen Virus.

Ich bitte dich: Steh uns bei in dieser Situation.
Sei bei den Kranken und den Risikopatienten und bei allen, die sich um sie kümmern.

Hilf uns, gelassen zu bleiben.
Hilf uns, Solidarität zu zeigen mit denjenigen, die wir jetzt besonders schützen müssen.

Guter Gott,

lass diese Corona-Krise bald vorübergehen.
Und schenke uns jetzt Mut und Zuversicht.

Amen." (Beate Hirt)

"Herr, wir bringen Dir alle Erkrankten und bitten um Trost und Heilung.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden.
Bitte tröste jene, die jetzt trauern.
Schenke den Ärzten und Forschern Weisheit und Energie.
Allen Krankenschwestern und Pflegern Kraft in dieser extremen Belastung.
Den Politikern und Mitarbeitern der Gesundheitsämter Besonnenheit.
Wir beten für alle, die in Panik sind. Alle, die von Angst überwältigt sind.
Um Frieden inmitten des Sturms, um klare Sicht.
Wir beten für alle, die großen materiellen Schaden haben oder befürchten.
Guter Gott, wir bringen Dir alle, die in Quarantäne sein müssen, sich einsam fühlen, niemanden umarmen können. Berühre Du Herzen mit Deiner Sanftheit.
Und ja, wir beten, dass diese Epidemie abschwillt, dass die Zahlen zurückgehen, dass Normalität wieder einkehren kann.

Mach uns dankbar für jeden Tag in Gesundheit.
Lass uns nie vergessen, dass das Leben ein Geschenk ist.
Dass wir irgendwann sterben werden und nicht alles kontrollieren können.
Dass Du allein ewig bist.
Dass im Leben so vieles unwichtig ist, was oft so laut daherkommt.
Mach uns dankbar für so vieles, was wir ohne Krisenzeiten so schnell übersehen.
Wir vertrauen Dir.
Danke" (Johannes Hartl)

 

Fürbitten des Lutherischen Weltbundes zu Corona

"O Gott, unser Heiland, zeige Dein Erbarmen für die ganze Menschheitsfamilie, die gerade in Aufruhr ist und beladen mit Krankheit und Angst.
Komm uns zur Hilfe nun, da sich der Coronavirus auf der ganzen Erde ausbreitet. Heile die, die krank sind, unterstütze und beschütze ihre Familien, Angehörigen und Freunde vor Ansteckung.

Schenk uns deinen Geist der Liebe und Besonnenheit, auf dass wir zusammenwirken, um die Ausbreitung des Virus und seine Wirkungen einzuschränken und zum Erliegen bringen zu können.

Mach uns wach, aufmerksam und vorausschauend im Blick auf die Bekämpfung von Krankheiten überall: die Malaria, das Dengue-Fieber, die HIV-Krankheit und die vielen anderen Krankheiten, die bei Menschen Leid verursachen und für etliche tödlich enden.

Heile unsere Selbstbezogenheit und unsere Gleichgültigkeit, wo wir uns nur dann sorgen, wenn wir selbst vom Virus oder anderem Leid getroffen sind. Eröffne uns Wege, aus unserer Zaghaftigkeit und Furcht hinaus, wenn unsere Nächsten für uns unsichtbar werden.

Stärke und ermutige die, die im Gesundheitswesen, in Praxen und Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und anderen Bereichen der Medizin arbeiten: Pflegende, Fürsorgende,
Ärztinnen und Ärzte, Klinikseelsorgerinnen und -seelsorger, Mitarbeitende in Krankenhäuser – alle, die sich der Aufgabe widmen, für Kranke und ihre Familien zu sorgen.
Inspiriere die Forschenden, die an Impfstoffen, Medikamenten und der Herstellung medizinischer Ausstattung arbeiten. Gib ihnen Erkenntnisse und Weitblick.

Erhalte die Menschen, deren Arbeit und Einkommen durch Schließungen, Quarantänen, geschlossene Grenzen und andere Einschränkungen bedroht sind. Beschütze alle, die reisen müssen.

Leite die politisch Verantwortlichen, dass sie die Wahrheit sagen und danach handeln. Halte die Ausbreitung von Falschinformation und Gerüchten zurück. Hilf, dass Gerechtigkeit waltet, sodass allen Menschen auf der Erde Heil und Heilung erfährt. H
Heile unsere Welt. Heile unsere Körper. Stärke unsere Herzen und Sinne. Und in der Mitte des Aufruhrs gib uns Hoffnung und Frieden.

In deinen gnädigen Armen halte alle, die gestorben sind und die in dieser Zeit sterben werden. Tröste ihre Hinterbliebenen, tröste die, die verzweifelt sind.

Gedenke deiner Familie, der ganzen Menschheit, und deiner ganzen Schöpfung, in deiner großen Liebe.
Amen."