12.03.2018 Mo

Strukturelle, politische und ökologische Themen auf der Kreissynode Potsdam Neuigkeit

Intensive Diskussionen um Leitbilder und Konzepte, Fragen zur Garnisonkirche und Ökologie und ein Appell an die Stadt Potsdam auf dem zweiten Tage der Frühjahrssynode.

Intensive Diskussionen um Leitbilder und Konzepte bestimmten den zweiten Tag der Synode des evangelischen Kirchenkreises Potsdam. Die Synode richtete zudem einen Appell an die Stadt Potsdam, Ermessensspielräume für die Aufnahme Geflüchteter und deren Familien auszunutzen. Neue Möglichkeiten in der Kirchenmusik wurden ebenso diskutiert wie Fragen zur Garnisonkirche und Ökologie.

Superintendent Dr. Joachim Zehner, dessen Amtszeit am 31.08.2018 zu Ende geht, appellierte in seinem Bericht vor der Kreissynode an die Synodalen, in ihren Anstrengungen, Menschen vom Christentum zu überzeugen und Kirchenaustritten frühzeitig zu begegnen, nicht nachzulassen. Die Zahl der Gemeindemitglieder im Kirchenkreis Potsdam sei trotz gegenläufiger Tendenzen in der Landeskirche nahezu konstant geblieben. Seit der Gründung der Kircheneintrittsstelle in St. Nikolai seien 69 Menschen in die evangelische Kirche eigetreten.

Mit großem Interesse verfolgte die tags zuvor gewählte Nachfolgerin im Amt der Superintendentin, Angelika Zädow aus Halberstadt, die nachfolgenden Diskussionen.

Große Unterstützung fand der Appell der Arbeitsgemeinschaft Flucht und Migration an die Stadt Potsdam: Sie möge alle Ermessensspielräume im Rahmen von Familienzusammenführungen zugunsten der Antragsteller ausschöpfen. Bei Härtefallanträgen gem. § 22 und 36 (2) AufenthG sollte die Ausländerbehörde eine Zustimmung bzw. auch eine Vorab-Zustimmung erteilen. Sie möge auch weiterhin großzügig Geflüchtete aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in der Stadt Potsdam aufnehmen und sich auf Landesebene gegen die geplante längere Verweildauer in diesen Einrichtungen von 6 auf bis zu 24 Monaten einsetzen.

Für den vorgelegten Konzeptentwurf für die Kirchenmusik fand sich unter den Synodalen keine Mehrheit. Nach enger Abstimmung in den Gremien, aber auch in den Regionen und Gemeinden soll es noch einmal überarbeitet werden. Zur Umsetzung des vorgelegten Konzeptes müssen neue Strukturen mit neuen Stellen geschaffen werden. Aufgabe der Gremien ist es vor allem, finanzielle Spielräume, z. B. zur Einrichtung eines Kreiskantorats, aufzufinden, die erste Schritte hin zu dem neuen Konzept ermöglichen.

Ungeachtet der Ereignisse beim Baubeginn des Turms der Garnisonkirche, die z. T. auch vom Kunst- und Kreativhaus im ehemaligen Rechenzentrum ausgingen, sehen die Synodalen auch die Chancen, die in einem solchen Ort liegen. Sie verstehen das Interesse der Beteiligten an einer stabilen Lösung bis 2023. Daher beauftragten sie die Vertreter des Kirchenkreises in der Stiftung Garnisonkirche Potsdam und der Fördergesellschaft in diesem Sinne an einer Lösung mitzuwirken.

Die Synodalen unterstützen das Klimakonzept der Landeskirche, das den CO2-Ausstoß bis 2020 um 15% (gemessen an 2015) verringern will. Es wird ein Klimaschutzfonds zur Unterstützung von entsprechenden Maßnahmen in den Gemeinden eingerichtet.

Präses der Kreissynode Britta Hüttner