09.11.2019 Sa

Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Reichspogromnacht Neuigkeit

9. November 2019 | 18:00 Uhr | Platz der Einheit 1/ Standort ehemalige Synagoge und Standort Baufeld neue Synagoge, Schlossstraße Motto: „Sie sagen ‚Friede‘ wo doch kein Friede ist“ (Ezechiel 13,10)

Pressemitteilung
Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Reichspogromnacht
9. November 2019 | 18:00 Uhr | Platz der Einheit 1/ Standort ehemalige Synagoge und Standort Baufeld neue Synagoge, Schlossstraße
Motto: „Sie sagen ‚Friede‘ wo doch kein Friede ist“ (Ezechiel 13,10)
In Halle wurde in diesem Jahr am Yom Kippur, dem Tag der Versöhnung, eine Synagoge angegriffen. Zwei Menschen wurden umgebracht. Die Zahl der antisemitischen Gewalttaten steigt. Rechte Populisten säen seit Jahren Hass, der Früchte trägt.
Alle Potsdamer sind aufgerufen, sich am 9. November um 18 Uhr am Ort der Alten Synagoge neben der Hauptpost zu versammeln - zum Gedenken an die Verfolgung der Juden, die vor zwei Generationen hier stattfand und die zur Vernichtung jüdischen Lebens in unserer Stadt führte. Zum Protest gegen den Antisemitismus, den wir heute wieder in Deutschland erleben.
Viele Potsdamer Bürger jüdischer Herkunft wurden in der Zeit des Nationalsozialismus nach Theresienstadt deportiert und starben dort. Johanna Frosch, Noah Giebe, Jasmin Kaner, Kira Weiß, Schüler des Bertha-von-Suttner-Gymnasiums, werden bei der Gedenkveranstaltung an diese Menschen erinnern. Klaus Büstrin wird aus einem Brief vorlesen, den Dr. Gustav Herzfeld zum Abschied an Wilhelm Foerster schrieb, bevor er nach Theresienstadt deportiert wurde.
Die Ministerin des Landes Brandenburg für Wissenschaft, Forschung und Kultur, und Dr. Martina Münch, Oberbürgermeister Mike Schubert und der Vorsitzende der Synagogengemeinde Ud Joffe werden sprechen. Durch die Veranstaltung führen Rabbiner Nachum Pressmann, Evgeni Kutikov von der jüdischen Gemeinde und Stadtkirchenpfarrer Dr. Simon Kuntze.
Die Reichspogrome im November 1938 markierten den Übergang von der Diskriminierung der Menschen mit jüdischer Herkunft zur systematischen Verfolgung, die in den Holocaust münden sollte. In der vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahme wurden mehr als 1.400 Synagogen, Betstuben und Versammlungsorte sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe zerstört; etwa 30.000 Juden wurden verhaftet und kamen in Konzentrationslager.
In Potsdam brachen in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Einheiten der SS und der Gestapo in die Potsdamer Synagoge ein, entweihten das Gotteshaus und zerstörten die Einrichtung. Zahlreiche Menschen jüdischer Herkunft wurden festgenommen, verschleppt und gefoltert. Sie wurden isoliert, verloren ihre Rechte und ihre Würde.
Die Landeshauptstadt Potsdam, die jüdischen Gemeinden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen Potsdam sowie die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, laden zu der Veranstaltung ein.