Wer seine Gebote hält, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt: an dem Geist, den er uns gegeben hat. (1.Johannes 3, 24)
26.08.2016 Fr

Stadt trifft Kirche – Potsdams Beitrag zum Reformationsjubiläum Neuigkeit

Potsdams Jahreskampagne 2017 unter dem Titel „Stadt trifft Kirche“ ist ein Beitrag zum 500. Jubiläum der Reformation, das in Deutschland und international gewürdigt wird.

Stadtkirchenpfarrer Simon Kuntze, zugleich Pfarrer der Friedenskirchgemeinde und Dr. Sigrid Sommer, Bereichsleiterin Marketing der Landeshauptstadt Potsdam, stellten heute im Rahmen eines Pressegesprächs Philosophie und Programm des kommenden Themenjahres vor. „Das Stadtbild der Brandenburger Landeshauptstadt wird auch durch Kirchen geprägt. Schon von Weiten ist beispielsweise die beeindruckende Silhouette der Nikolaikirche zu sehen. Kirchen haben einen wichtigen Anteil am gesellschaftlichen, kulturellen und sozialen Leben der Stadt. Gute Gründe also, sich im Rahmen des 500. Reformationsjubiläums auf eine spannende Interaktion zwischen Stadt und Kirche einzulassen und damit Bürgerinnen und Bürger, Gäste und Besucher, Christen und Nichtchristen anzusprechen“, erläutert Sigrid Sommer das Herangehen der Stadt. „Auch die Tatsache, dass der Deutsche Evangelische Kirchentag Berlin – Wittenberg praktisch vor der Haustür stattfindet, war der Impuls für uns, auf die Kirchen und die kulturellen, touristischen und wissenschaftlichen Akteure in der Stadt zuzugehen“, so Sommer weiter. Die Entscheidung für das Jahresmotto hat sehr viel mit dem Stellenwert der Kirchen in Stadtgesellschaft und Stadtbild von Potsdam sowie mit der Sogwirkung des Reformationsjubiläums zu tun. Die Tatsache, dass nur ca. 15 Prozent der Potsdamerinnen und Potsdamer Mitglieder der Evangelischen Kirche sind und Potsdam nicht wie Eisleben, Eisenach, Wittenberg oder Jüterbog, Herzberg, Mühlberg in Brandenburg über authentische Reformationsorte verfügt, hätten zunächst dagegen gesprochen, sich dem Thema Reformationsjubiläum zuzuwenden.

Stadtkirchenpfarrer Simon Kuntze bedankte sich bei der Stadt für diesen Impuls: „Ich freue mich auf das Themenjahr ‚Stadt trifft Kirche‘. In dieser Stadt wurden Gotteshäuser für Flüchtlinge, Soldaten, Zugezogene und Könige gebaut. Unsere Kirchen zeigen also etwas vom Reichtum und von der Vielfalt dieser Stadt. 2017 ist ein gutes Jahr, um ins Licht zu rücken, welche Rolle Kirche und Religion in Potsdam spielen - wo mittlerweile Christen, Juden, Muslime, Bahai, Buddhisten, Konfessionslose zusammen ganz erfolgreich Toleranz leben.“

Der Veranstaltungskalender ist schon jetzt prall gefüllt. Die gedruckte Ausgabe enthält einen Überblick. Die Übersicht im Internet wird praktisch täglich aktualisiert. Die Informations- und Veranstaltungsangebote führen in bekannte und weniger bekannte Kirchen, bringen Themen dorthin, wo man sie nicht erwartet. Umgekehrt werden kirchliche Angebote zum Fokus anderer Akteure, Veranstaltungsorte und –formate. „Wir veranstalten kein Kirchenjahr“, sind sich Sommer und Kuntze einig. „Vielmehr wollen wir einen städtischen Diskurs anregen und Formate ausprobieren, die dann vielleicht auf Dauer funktionieren.“ Zu einem solchen Format könnten sich beispielsweise die Kirchenführungen der Potsdam Marketing und Service GmbH entwickeln, die im nächsten Jahr von Ostern bis zum Reformationsjubiläum regelmäßig angeboten werden. Hervorzuheben sind auch die Osterfesttage 2017, die viele Akteure der Potsdamer Mitte unter Koordination von Björn Wiede und mit städtischer Förderung veranstalten. Der traditionelle UNESCO-Tag entführt am 10. Juni in die Kirche und auf den Friedhof von Bornstedt aus Anlass der Fertigstellung der Innensanierung des unter Welterbestatus stehenden Gebäudes. Hervorzuheben sind die Aufführungen der von Michael Schütz komponierten und in Potsdam uraufgeführten Luthermesse im Rahmen des Kirchentages im Mai 2017 sowie während des Potsdamer Dreiklangs im September. Das beliebte Fahrradkonzert der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci entführt zu  „Sieben Seen, sieben Kirchen“. Ein ganz besonderes Format ist auch die „Lange Nacht der Freiheit“, die Simon Kuntze folgendermaßen vorstellte: „Wir werden Anfang September zusammen mit den verschiedenen Kirchen in Potsdam und mit den Vertretern anderer Religionsgemeinschaften eine Lange Nacht feiern und uns musikalisch und durch Führungen  und Gespräche vorstellen. Es wird also eine bunte Heilige Nacht im Sommer.“  Dem berühmten Potsdamer Drei-Kirchen-Blick widmet sich das Potsdam Museum – Forum für Kunst und Geschichte vom 1. April bis 11 Juni 2017 mit einer Ausstellung unter der Überschrift „Faszinierender Blick. Potsdamer Veduten des 18. und 19. Jahrhunderts.“ Die Ausstellung zeigt in fünf Kapiteln Veduten Potsdams und geht der Frage nach, inwiefern der faszinierende Blick auf die Stadt Generationen von Künstlern, Verlegern und Rezipienten prägte. Der zentrale Raum ist Einzeldarstellungen Potsdamer Kirchen in der Druckgraphik gewidmet.

Neu ist das Format „Jour Fixe mit Luther“ im Bildungsforum Potsdam. An sechs Terminen gibt es unter dieser Überschrift einen spannenden Diskurs mit Theologen, Laien und Wissenschaftlern zu Themen wie u. a. „Luthers Verhältnis zu den Juden“, „Luther und die deutsche Sprache“, „Luther und die Sexualität“, „Luther und das Essen“.