09.03.2019 Sa

Frühjahrssynode Neuigkeit

Kurz und knackig - der Bericht der Superintendentin

Im folgenden finden Sie den Bericht von Superintendentin Angelika Zädow auf der Frühjahrssynode vom 8.-9.3.2019:

Bericht auf der Frühjahrssynode Potsdam am 8. März 2019

Superintendentin Angelika Zädow, es gilt das gesprochene Wort

Hohe Synode, liebes Präsidium,

zwischen der Novembersynode und der Märzsynode liegen knappe 4 Monate. Der Bericht der Superintendentin hält sich deshalb in Grenzen zumal die Präses schon mahnte: „kurz und knackig bitte“.

Aber auch grundsätzlich ist es eine Überlegung wert, künftig auf den Frühjahrsbericht zugunsten eines ausführlichen Jahresberichtes auf der Herbstsynode zu verzichten und statt dessen zu Beginn des Jahres eher ein Thema in den Mittelpunkt zu stellen.

Nun aber „kurz und knackig“:


Arbeit im Kirchenkreis

Das Engagement in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen können Sie den Berichten entnehmen.

Ich bin sehr dankbar für die vielfältigen kirchlichen Angebote. Von manchen hört und liest man viel: von den Konzerten z.B, aber auch von der Arbeit mit geflüchteten Menschen und der Stadtkirchenarbeit.

Anderes geschieht im Verborgenen und ist dennoch gleich wichtig und wert:

die Seelsorge in den Kliniken und im Hospiz,

die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen,

die Angebote in unserem Projekt „Kirche im Kiez“,

die Arbeit in den Gemeinde- und Regionalbüros

und natürlich im Küsterdienst.

Nicht zu vergessen die vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit in Gemeindekirchenräten, Arbeitsgruppen, Ausschüssen oder als Lektor und Prädikantin. Als Superintendentin danke ich besonders für die Zusammenarbeit in der Kleinen Runde, mit dem Verwaltungsamt, dem Kreiskirchenrat und den Mitarbeiterinnen in der Superintendentur.

Die Flüchtlingshilfe Babelsberg feierte in diesem Jahr ihr dreijähriges Jubiläum. Auch hier ist das ehrenamtliche Engagement nicht hoch genug zu schätzen. Herzlichen Glückwunsch nach Babelsberg!

In der Kirche sind Beruf und Ehrenamt in besonderer Weise aneinander gewiesen. Das stellt mitunter vor große Herausforderungen.

Aus meiner Sicht werden wir alle sorgfältig darauf achten müssen, dass alle Initiativen gemeinsam abgestimmt sind, vor allem wenn finanzielle Erwartungen damit einher gehen.

Auf die langen fetten Jahre, in denen vieles angefangen werden konnte ohne dass man sich Gedanken um finanzielle Auswirkungen machen musste, folgen nun immer weiter abgespeckte Jahre für die gesamte Kirche.

Wenn es uns gelingt, Arbeit wirklich miteinander und nicht in ständiger Konkurrenz zu verabreden, können wir als Kirchenkreis Potsdam gestärkt aus dem Prozess hervorgehen.

Die Mitgliederzahlen verzeichnen - absolut betrachtet - wie schon in den vergangenen Jahren ein leichtes Plus. Damit sind wir in einer im gesamtkirchlichen Vergleich komfortablen Lage.

Allerdings darf das nicht darüber hinweg täuschen, dass der prozentuale Anteil der Christen im Kirchenkreis deutlich sinkt. Denn es ziehen mehr kirchlich ungebundene Menschen zu, als Kirchenmitglieder.

Das fordert unsere Kreativität heraus. Es gilt zu überlegen, welche Formate wir statt der üblichen ausprobieren können.

Mit dem Adventliedersingen in St. Nikolai und dem Weihnachtsliedersingen im Babelsberger Stadion mit dem je ganz eigenen Charakter werden jede Menge Menschen erreicht -  auch jene, die sonst wenig oder keinen Kontakt zur Kirche haben. Ich finde das ermutigend.

Aber wir werden nicht alles machen können. Wo neues ausprobiert wird, muss anderes gelassen werden. Sonst wird Kirche atemlos und verzettelt sich mit ihren Kräften.

Und ja, ich bin auch der Meinung, dass man dann auf Zahlen schauen muss. Denn als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin muss es einigermaßen frustrierend sein, wenn nur ganz wenige Teilnehmer kommen, aber das Leitungsgremium an Formen festhält, weil es „schon immer so war“ oder einfach eine lieb gewonnene Tradition ist, von der man sich nicht trennen kann oder gefühlt ganz viele kommen.

Sich nüchtern die Resonanz auch in Zahlen anzuschauen, hilft zu einem unverstellten Blick und auch dazu, Veränderungen zu wagen.
Am vergangenen Mittwoch war der Pfarrkonvent im PiK – dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung:

In seinen Vortrag stellte Prof. Edenhofer er eindrucksvoll  dar, dass jedes Handeln und jedes Unterlassen, jede Naturkatastrophe, kurz alles, was geschieht, Auswirkungen für alle Teile der Welt hat.

Er schloss mit einer Bitte an die Kirche: nicht müde zu werden, den Blick immer wieder in die Weite zu heben und deutlich zu machen, dass wir in eine globale Schicksalsgemeinschaft hinein gestellt sind.

Interessant finde ich, dass dieses Institut abgesehen von den zugeschriebenen Aufgabenfeldern folgende Abteilung aufgebaut hat:

Future lab -  dort wird jungen Wissenschaftlern die Möglichkeit geboten, neue Dinge „auszuprobieren“. Die junge Generation forschen z.B. an Themen wie „Wie reagieren Kapitalmärkte auf die Klimaentwicklung?“ oder „Wie muss ein Steuersystem aussehen, dass Klimagerechtigkeit befördert?“

In der Kirche wird - wie in allen anderen gesellschaftlichen Gruppierungen - bezüglich möglicher Handlungsoptionen oft mit der Verantwortung „für die Enkelgeneration“ oder der „Sorge um die Zukunft“ argumentiert.

Es wäre ein lohnendes Unterfangen, von der Abteilung des PIK zu lernen. Und tatsächlich die Zukunft, also die junge Generation auch in der Kirche federführend agieren und ausprobieren zu lassen – ohne Einflussnahme von den älteren und alten Verantwortlichen und bereits existierenden Strukturen.

Ob die Synode das als Anregung an die Landessynode geben will?

Ich finde, wir dürfen uns den Luxus des von anderen lernen durchaus gönnen.

Kreiskirchenrat

Der KKR hat begonnen, sich mit der ihm von der Synode aufgetragenen Neu- und Umorganisation der Arbeit im KK Potsdam ab dem Jahr 2024 zu beschäftigen.

Dabei spielten drei Dinge eine Rolle:
Die vom Kreisstrukturausschuss zu erarbeitenden Vorlagen,
Die Beschlusslagen von Synode und KKR zu Arbeitsfeldern
Eine Zusammenstellung aller bestehenden, in Aussicht genommenen bzw. diskutierten Punkte.

Der KKR wird in mehreren workshops tagen und der Synode im Herbst einen Vorschlag zur Diskussion unterbreiten.

Aus meiner Sicht wird es dabei auch darum gehen, Felder auszumachen, in denen wir vielleicht investiv tätig werden können.

Wir haben viel vor uns, aber wir dürfen bei allem gelassen auf den sehen, der uns immer wieder mit seinem Wort ermutigt: „Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ (1. Mose 12,2)

Das wars, mehr oder minder kurz und knackig.

Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!