14.04.2020 Di

Tag von Potsdam Neuigkeit

Glockenläuten um 22.16 Uhr und eine Hausandacht zum 14. April von Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst

Gedenken zur Nacht von Potsdam am 14.4. 2020

Wir halten dieses Gebet des Gedenkens

im Namen Gottes, Quelle und Erhalter des Lebens,

Schutz und Schild der Verfolgten,

Mutter des Trostes der Gequälten,

Tor des Lebens für die Getöteten

und Weg der Gerechtigkeit,

die uns ins Leben führt in Ewigkeit.

Amen.

 

Wir gedenken der Nacht vor 75 Jahren:

Nach einem Frühlingstag wie diesem,

am 14. April 1945 nach 22 Uhr fliegen Bomberverbände der Royal Air Force Potsdam mit 490 Flugzeugen an.

Nach den ersten Beleuchtungsbomben wird die Stadt taghell.                    

Dann legt das Hauptbombardement in zwei Wellen die  Innenstadt, nahe des Hauptbahnhofs, in Schutt und Asche.

 

Wir erinnern uns und machen uns bewusst:

Es ist der Tag von Potsdam,

dem die Nacht von Potsdam folgt.

Der Krieg, der von deutschem Boden ausging,

kehrte nach Deutschland zurück.

In dieser Nacht sterben hier in Potsdam

1800 Frauen, Männer und Kinder,

derer wir heute gedenken.

Wir gedenken ebenso der Überlebenden, die bis ans Ende ihrer Tage mit der Last der Erinnerung und den Folgen für Leib und Seele leben mussten und müssen.

Wir gedenken ebenso in dieser Nacht der Toten dieses Krieges, ihre unermessliche Zahl von 60-70 Millionen können wir nicht im Entferntesten erfassen.

 

Anzünden einer Kerze

Wir zünden diese Kerze an –

ihr Licht steht für das Licht, das von Gott kommt.

In diesem Licht sind die Toten nicht vergessen.

 

Wir erinnern uns schweigend der Toten und legen sie Gott an das Herz.

SCHWEIGEN

 

1) Lasst uns zu Gott beten, dem Ewigen und Lebendigen,

von dem wir alles erwarten und einstimmen in die Bitte, Gott, gib uns deinen Frieden.

Wir beten zu Gott

für die Getöteten in dieser Nacht,

für die Menschen, die die Katastrophe überlebt haben

mit körperlichen und seelischen Wunden,

für die Menschen, die heute noch um einen geliebten Menschen trauern,

für Menschen, die die Bilder des Grauens noch heute in ihren Alpträumen sehen.

Wir rufen zu dir:

Gott, gib uns deinen Frieden.

2) Wir beten zu Gott für die Menschen, die heute Kriegsgewalt erleben, die Angst haben, Opfer von Bomben und Anschlägen zu werden,

die von Angst und Sorge um ihre Kinder erfüllt sind.

Wir bitten dich, dass dein Frieden, der alles Denken und Fühlen übersteigt, sich ausbreite unter Menschen und Völkern.

Wir rufen zu dir:

Gott, gib uns deinen Friede.

3) Wir beten zu Gott für uns selbst,

um Einsicht in die Zusammenhänge von Machtinteressen,

fehlender Toleranz und Angst, wodurch wir mitschuldig werden an Aggression und Aufbau von Gewalt,

dass wir den Frieden suchen in allem, was wir tun.

Wir rufen zu dir:

Gott, gib uns deinen Frieden

4) Gott, wir vertrauen uns dir an, uns und alle Menschen. Wir erleben in diesen Tagen durch die Pandemie neu, wie gefährdet unser Leben ist.

Sei du allen Kranken nahe, steht den Sterbenden bei, tröste, die Trauernden und schütze, die Helfenden in Krankhäusern und Heimen und die, die mit ihre Einsatz das Leben in diesen Tagen aufrechterhalten.

 

Mit den Worten, die Jesus unsere Mütter und Väter gelehrt hat, beten wir zu dir:

Vater unser im Himmel...

 

Und der Friede Gottes, der größer ist als all unsere Vernunft und Kraft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, dem wir gehören. Amen.

 

(Cornelia Radeke-Engst)