15.01.2021 Fr
Zum Gedenken an Pfarrer Günter Schalinski. Die Nachricht von seinem Tod berührt viele Menschen.

Zum Gedenken an Pfarrer Günter Schalinski. Die Nachricht von seinem Tod berührt viele Menschen. Neuigkeit

Am Sonntag, dem 10. Januar, verstarb Günter Schalinski im Potsdamer Bergmann-Klinikum. Sechs Tage zuvor, am 4. Januar, hatte er seinen 80. Geburtstag begangen.

"Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt." Johannes 15,16


Am Sonntag, dem 10. Januar, verstarb Günter Schalinski im Potsdamer Bergmann-Klinikum. Sechs Tage zuvor, am 4. Januar, hatte er seinen 80. Geburtstag begangen. Im Gedenken an Günter Schalinski sind viele Menschen traurig, aber auch dankbar.
In besonderer Weise war er mit Potsdam verbunden. Hier wurde er geboren und hier verbrachte er seine Kindheit und Jugend. Seine erste Pfarrstelle hatte Günter Schalinski in Thomsdorf/Uckermark von 1967 bis 1976 inne, ehe er nach Potsdam zurückkehrte. Hier wirkte er die längste Zeit seines Pfarrerlebens an der Pfingstkirche und an der Heilandskirche zu Sacrow. Er prägte und gestaltete 27 Jahre, von 1976 bis zu seinem Ruhestand mit Beginn des Jahres 2003, das Leben der Pfingstgemeinde.
Von 1999 bis 2001 war er zugleich als amtierender Superintendent des Kirchenkreises Potsdam tätig und von Amtsgeschwistern sehr geschätzt.
Mit Günter Schalinski ist ein großer Mensch von uns gegangen.
Bis heute wird über Pfarrer Schalinski viel gesprochen. Dann beginnen die Augen derer, die sich dankbar an ihn erinnern, zu leuchten. So viele, lebendige Erinnerungen an einen Menschen, dem selbst in den letzten Jahren mehr und mehr die eigenen Erinnerungen aufgrund seiner Erkrankung verloren gingen.
Unzählige Menschen hat er begleitet und geprägt. Stets hatte er ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Anliegen und war ein rechter Zuhörer - mitunter auf langen Spaziergängen -, unaufdringlicher Ratgeber und einfühlsamer Trostspender in seiner wohlwollenden und zugewandten Art.
In einer der ersten Gemeinden in Potsdam wurde das Kinderabendmahl während seiner Amtszeit in der Pfingstgemeinde eingeführt. Für die jungen Gemeindeglieder hat er sich anfangs besonders eingesetzt. Was in der gemeinsam erlebten Zeit der Christenlehre, des Konfirmandenunterrichts und der Jungschar gepflanzt worden war, blieb für viele nicht nur ein dauernder Schatz, sondern reifte, entfaltete sich und verhalf zur eigenverantwortlichen Lebensgestaltung. Auf unnachahmliche Weise verstand er es, Menschen für das kirchliche Engagement im Ehrenamt zu gewinnen und für Aufgaben zu begeistern. Da genügte oft nur ein kleiner Anstoß, eine Idee - und die Sache nahm ihren guten Lauf.
Pfarrer Günter Schalinskis besonderes Anliegen war, von der gelebten Botschaft Christi her Antwort und Orientierung zu geben, die Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und das Verbindende zu suchen. Das gelang ihm bei der Pflege der Kontakte mit den Partnergemeinden aus Berghausen, Grünwettersbach und Haren (Niederlanden) ebenso wie beim Zusammenschluss der Pfingstgemeinde mit der Sacrower Gemeinde 1993 und nicht zuletzt in der Pfingstgemeinde beim Zusammenwachsen zwischen Alteingesessenen und Zugezogenen.
Für Letzteres wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.
Für viele Menschen war Pfarrer Schalinksi beileibe nicht etwa der unnahbare "Pfarrherr", vielmehr war er der Pastor, im wahrsten Sinne des Wortes: der Hirte der Gemeinde, der seine Schäfchen zusammenführt und zusammenhält. Das war für allgemein durch das DDR-System Bedrängte und die Sacrower Gemeinde im Grenzgebiet von ganz besonderer Bedeutung.
Die Gemeinde trauert um einen Hirten und Seelsorger, der mit seinem Glaubenszeugnis, seiner Lebensfreude, und seiner Menschlichkeit in den vielen Jahren Segen gewirkt hat. Ein Menschen-Mensch.
Wir danken Gott für das Geschenk seines Lebens.
Jesus, der Gute Hirte, schenke seinem treuen Diener die Vollendung seines Lebens im himmlischen Reich. Möge er jetzt die Einheit mit Gott in der ganzen Fülle erfahren.
Getröstet und dankbar können wir Abschied nehmen.
Wir wissen ihn in Gottes Hand.


Für die Pfingstgemeinde
Stephan Krüger, Pfarrer