Jesus spricht: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! (Johannes 7, 37)
19.02.2014 Mi

Frühjahrssynode im Kirchenkreis Potsdam Neuigkeit

Bericht des Superintendenten Dr. Joachim Zehner zur Frühjahrssynode im Kirchenkreis Potsdam am 21. und 22. Februar 2014 in der Evangelischen Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder (Havel)

Hohe Synode, liebe Schwestern und Brüder!

„Welche Kirche morgen?“ – mit dieser Frage hat in unserer Kirche ein Reformprozess begonnen. Ich bin froh und dankbar, dass auf dieser Frühjahrssynode unser Bischof Dr. Markus Dröge darüber berichten wird. Vor einem Jahr, auf der Frühjahrssynode 2013 hatte ich den Synodalen das Diskussionspapier „Welche Kirche morgen? Orientierungspunkte für den Reformprozess“ (vgl. www.reformprozess.ekbo.de) mit auf den Weg gegeben und um Stellungnahme und Rückmeldungen aus den Gemeinden, Werken und Diensten gebeten. Bitte bringen Sie sich auch weiterhin ein! Die Kraft, die dieser Reformprozess enthält, können wir für unseren Kirchenkreis nutzen. Daran liegt mir sehr. Was das „Kirchenparlament“ auch mit den Stimmen unserer Potsdamer Landessynodalen auf den Weg gebracht hat, wird uns - das ist meine feste Überzeugung – sehr helfen, unsere Potsdamer Stärken zu entfalten und die kirchlichen Dienste zu entwickeln.

Mit der Frühjahrssynode 2014 beginnt im Kirchenkreis Potsdam eine neue, sechsjährige Legislaturperiode (2014-2020). Erlauben Sie mir kurz auf die vergangene Legislaturperiode zurückzuschauen. Die Tagung im November 2008 im Kirchsteigfeld war meine erste Synode als neugewählter Superintendent. Ich hatte den Bericht aus den Gemeinden vorzutragen: „Sollen wir im Kirchenkreis fünf Großgemeinden bilden?“ war die wichtige Frage der Kreissynode im Frühjahr 2007 an die Gemeinden. Die Antwort aus den Gemeinden war eindeutig: Kooperation unter den Gemeinden ja, Fusion nein. Ich konnte mit dieser Antwort gut leben, weil ich aus meiner neunjährigen Zeit als Gemeindepfarrer in Frankfurt (Oder) weiß: Fusionen (auch von Kirchenkreisen) erzielen keine Einsparungen, im Gegenteil: sie hindern uns, die zentrale Stärke Evangelischer Kirche zur Entfaltung zu bringen. Denn die Evangelische Kirche baut sich aus den Gemeinden auf. Sie braucht – wie es in einem der Potsdamer Gemeindeberichte hieß: „die Nähe und Verantwortung vor Ort“. Gerade in einer Zeit hohen bürgerschaftlichen Engagements und immer wieder geforderter Bürgerbefragung wird dieses Prinzip „Evangelische Kirche baut sich aus eigenständigen Gemeinden auf“ immer wichtiger! Für mich waren die Gemeindeberichte aus dem Kirchenkreis Potsdam der Startschuss, in einer wachsenden Stadt und einer wachsenden Region den Schwerpunkt von Strukturfragen auf die Inhalte zu legen, genauer auf den Gemeindeaufbau. Wir können an diesem Tag dankbar zurückschauen, dass unser Kirchenkreis in den vergangenen fünf Jahren um ca. 1500 Gemeindeglieder gewachsen und die gestärkte inhaltliche Arbeit sich in 21 neuen Stellen und Stellenerweiterungen niederschlägt. Allein die Zahl der Konfirmanden ist in den letzen beiden Jahren 2012 und 2013 von 360 auf 420, also um 60 Mädchen und Jungen gestiegen. Diese Synode ist die Gelegenheit, um den Gemeinden zu danken, dass sie mit erheblichen Eigenmitteln zum Stellenaufwuchs beitrugen. Zudem konnten Fremdfinanzierungen eingeworben werden: Ich danke unserer Landeskirche, den Geschäftsleitungen von Krankenhäusern für die Wertschätzung unserer Seelsorge, der Stiftung Garnisonkirche und der Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Garnisonkirche, der öffentlichen Hand, die uns durch die staatliche Refinanzierung von Religionsunterricht unterstützt, der Stadt Potsdam für das in uns gesetzte Vertrauen, z. B. in der Jugendarbeit. Hinzu kam, dass das Kirchensteueraufkommen in unserer gesamten Landeskirche wuchs und in Potsdam besonders. Ich danke denen, die mit ihrer Kirchensteuer mithelfen, die Lasten zu tragen: sie ermöglichen viele Dienste für sehr viele Menschen. Und nicht zuletzt danke ich den Mitarbeiterinnen im Kreiskirchlichen Verwaltungsamt, die die Finanzierungen aus unterschiedlichen Quellen koordinieren und überwachen. So können wir den Herausforderungen gerecht werden, Kirche in einer wachsenden Stadt, einer wachsenden Region zu sein.

21 neue Stellen bzw. Stellenerweiterungen, das sind

 

  • Zwei neue 100 % Schulpfarrerstellen im Religionsunterricht (überwiegend Fremdfinanzierung)
  • Eine Stellenerweiterung im Religionsunterricht (überwiegend Fremdfinanzierung)
  • Drei neue Jugendmitarbeiterstellen (Jugendhaus „El Centro“, Fremdfinanzierung)
  • Zwei Stellenerweiterungen in der Krankenhausseelsorge Ernst von Bergmann-Klinikum und Evangelisches Zentrum für Altersmedizin (Fremdfinanzierung)
  • Eine Stellenerweiterung von 60 auf 100 % in der Ausländerseelsorge (Mehreinnahmen Kirchensteuer)
  • Eine zusätzliche 100 % Gemeindepfarrstelle KG St. Nikolai (Mehreinnahmen Kirchensteuer)
  • Eine 100 % Pfarrstelle „Kirche im Kiez“ (Mehreinnahmen Kirchensteuer, Eigenmittel)
  • Eine 100 % Garnisonkirchenpfarrstelle (75 % Fremdfinanzierung, 25 % Mehreinnahmen Kirchensteuer)
  • Eine 100 % Gemeindepfarrstelle Nordregion/KG Pfingst (Eigenmittel, Mehreinnahmen Kirchensteuer, Fremdfinanzierung)
  • Eine Stellenerweiterung von einer halben auf eine ganze Pfarrstelle KG Werder/Glindow (Mehreinnahmen Kirchensteuer)
  • Eine Stellenerweiterung Gemeindepfarrstelle KG Bergholz-Rehbrücke um 20 % auf eine ganze Stelle (Eigenmittel)
  • Eine neue Stelle mit dem Umfang von 32 % Kirchenmusik KG St. Nikolai (Mehreinnahmen Kirchensteuer)
  • Eine Stellenerweiterung von 50 % auf eine ganze Gemeindepädagogikstelle in der KG Werder (Eigenmittel).
  • Eine 100 % DSP-Stelle für die Arbeit mit Kinder und Jugendlichen (Mehreinnahmen Kirchensteuer)
  • Drei Projektstellen Dienstumfang je 100 % „Konfirmandenarbeit“, „Seelsorge an Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen“ und „Erwachsen glauben“ (Haushaltsreste aus Mehreinnahmen Kirchensteuer und Fremdmittel)

Kirche hat da, wo sie Gemeinde Jesu Christi ist, unterschiedliche Dimensionen (vgl. Apostelgeschichte 2): Dienst (Diakonia), Lehre und Verkündigung (Martyria) und Gemeinschaft (Koinonia). Die Übersicht zeigt, dass wir entsprechend der Bedürfnislage im Kirchenkreis in allen Dimensionen von Kirche unsere inhaltliche Arbeit haben verstärken können. Meine Aufgabe als Superintendent sah und sehe ich besonders darin, die Stärken in unserem Kirchenkreis zu Entfaltung zu bringen, die vorhandenen Stärken – wie z. B. die Konfirmandenarbeit und zum Zweiten: den im Blick auf das Ehrenamt, „schlafenden Mitarbeiterriesen“ namens Evangelische Kirche zu wecken. Mein Ziel war - so formulierte ich es auf der Herbstsynode 2008 noch etwas salopp -: „wachsende Gemeinden, in denen es Spaß macht zu gestalten“. Über das Wachstum der Gemeinden und der Dienste bin ich sehr dankbar. Der Spaß ist uns leider oftmals vergangen! Ein Blick in die Zeitungen und manche – leider zutreffende - Berichte aus den vergangenen fünf Jahren geben darüber ein beredtes Zeugnis. An die Stelle des Spaßes mag die Freude an guten Ergebnissen treten!

Ich gliedere meinen Bericht 1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 2. Ereignisse und 3. Perspektiven für die Zukunft. Zur Frühjahrssynode berichten traditionell einzelne Dienstbereiche schriftlich von ihrer Arbeit. Bitte machen Sie die Berichte, die Ihnen vorab zugegangen sind, in den Gemeinden und Werken bekannt!

1. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Mit dem Ende einer Legislatur (2008-2014) scheiden Mitglieder der Synode aus, neue kommen hinzu. Ich danke herzlich für die Mitarbeit im Kreiskirchenrat Dr. Claudia Busse-Engelhardt, Annette Fannrich, Stephan Naundorf. Für das Mitgestalten im Kreiskirchlichen Strukturausschuss Barbara Buller, Holger Catenhusen, Dr. Konrad Elmer-Herzig, Ursula Friedrich, Bianca Morawietz, Gisela Müller, Rüdiger Postier und Thomas Schmidt. Ich freue mich über die neu Hinzugewonnenen und diejenigen, die wieder bereit sind zu kandidieren. Die Namen entnehmen Sie den Beschlussvorschlägen. Jeder soll sich bewusst sein, dass es ein Amt auf Zeit ist, ein Dienst, der unserer Kirche, unserem Kirchenkreis mit seinen Gemeinden und Werken und den vielen Menschen in der Stadt und in der Region zu Gute kommt. Auch wenn es manchmal mühevoll, ja sogar sehr anstrengend ist, so soll letztlich doch die Freude am Gestalten überwiegen, dass etwas wächst, dass positive Entwicklungen auf den Weg gebracht wurden. Danke allen, die sich engagieren! Ich freue mich über die, die in Zukunft bereit sind Verantwortung zu übernehmen und lege Ihnen, liebe Synodale, die Wahlvorschläge des Kreiskirchenrates ans Herz. Sie können weitere Vorschläge aus Ihren Reihen hinzufügen.

Auch Pfarrstellen werden seit 2004 nur noch auf Zeit übertragen. Die Personalabteilung des Konsistoriums hat eine „Handreichung zum Fristablauf der auf 10 Jahre übertragenen Gemeindepfarrstellen ab dem Jahr 2014“ an alle Gemeindekirchenräte zur Weiterleitung an die Pfarrerinnen und Pfarrer versandt. OKR Sommer bittet, „rechtzeitig das Gespräch miteinander zu suchen, was nach dem Fristablauf weiter geschehen soll und die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten“. Das Konsistorium entscheidet nach Anhörung des Stelleninhabers/der Stelleninhaberin, des GKRs, des Superintendenten, des Kreiskirchenrates und der Generalsuperintendentin, ob der Dienst in der Pfarrstelle fortgesetzt wird und kann einen verbindlichen Rat zum Stellenwechsel erteilen.

Der Kreiskirchenrat stimmte dem Antrag von Pfarrer Andreas Neumann und der Befürwortung des GKRs auf weitere Verlängerung seines Dienstes auf der Pfarrstelle in der KG Drewitz-Kirchsteigfeld über den 31. Januar 2015 hinaus zu.

Pfarrerin Ute Pfeiffer wurde am 8. Dezember 2013 in einem festlichen Gottesdienst in der Sterngemeinde in ihr Amt als Kreispfarrerin für das Projekt „Kirche im Kiez“ eingeführt.

Der von der Herbstsynode 2013 beschlossene Stellenplan 2014/2015 ist vom Konsistorium genehmigt worden (Schreiben vom 22. Januar 2014). Die Leiterin der Finanzabteilung Frau Dr. Heidrun Schnell schreibt: „Aus Gründen der Zweckmäßigkeit sehen wir es als dringend erforderlich an, dass in der Nikolaigemeinde eine Verwaltungsstelle vorgesehen wird.“

Die Ausschreibungen der beiden Pfarrstellen im Sprengel Erlöser (Dienstumfang jeweils 100 %, Nachfolge Dr. Konrad Elmer-Herzig und Nachfolge Martin Kwaschik) können nun im Amtsblatt erscheinen.

Die Ausschreibung für die neue DSP-Stelle Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wurde im Kreiskirchenrat beschlossen und auf den Weg gebracht. Die Bewerbungsfrist läuft noch. Ebenso wurde eine weitere Mitarbeiterstelle im Jugendhaus „El Centro“ ausgeschrieben.

Pfarrerin i. E. Juliane Rumpel wurde am 15. Januar 2014 mit einem Gottesdienst in der Friedenskirche verabschiedet. Beim anschließenden Empfang von Stiftung Garnisonkirche und Fördergesellschaft Wiederaufbau Garnisonkirche (FWG) im Friedenssaal unterstrich Bischof Dr. Markus Dröge in seiner Festansprache die Bedeutung des Wiederaufbaus. Das Kollegium des Konsistoriums hat am 11. Februar 2014 für die landeskirchliche Pfarrstelle Garnisonkirche Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst gewählt. Dienstbeginn ist der 1. April 2014.

In der Frauen- und Famiienarbeit des Kirchenkreises hat der Kreiskirchenrat die unbefristete Anstellung von Frau Dörte Kuhlmey ab dem 1. März 2014 beschlossen.

Der Kreiskirchenrat beauftragte Herrn Eduard Eylert für weitere sechs Jahre befristet für den Lektorendienst (Leitung von Lesegottesdiensten) im Pfarrsprengel Erlöser.

Superintendent i. R. Oswald Schönherr hat sich bereit erklärt, für die KG St. Nikolai die Vertretung von Pfarrer Mieke in der Elternzeit (April bis Juni 2014) zu übernehmen. Dekan i. R. Peter Jentsch ist zusätzlich bereit, Predigtdienste zu übernehmen.

Der Potsdamer Militärpfarrer Matthias Spikermann wurde am 20. Februar 2014 in der Petzower Kirche in seinen Dienst eingeführt. Bitte laden Sie ihn in die Gemeinden ein; denn Seelsorge an den Soldaten ist auch – wie die Frühjahrssynode 2012 hervorhob - ein Auftrag der Gemeinden (Infos und Adresse unter www.eka.militaerseelsorge.bundeswehr.de). Pfarrer Spikermann will sich einmal in zwei Monaten mit Predigtdiensten in den Kirchenkreis einbringen.

2. Ereignisse

Der neue Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Potsdam e. V., Frank Hohn, und der vorläufige Sachverwalter im Insolvenzverfahren Rechtsanwalt Graf Brockdorff haben mir im Schreiben vom 2. Dezember 2013 Folgendes mitgeteilt: „Das Unternehmen (DWP) wird vollumfänglich in allen Arbeitsbereichen fortgeführt. Die Erledigung der Aufgaben des DWP ist sichergestellt. Voraussichtlich wird zum 1. 2. 2014 das Insolvenzverfahren eröffnet und dann ein Sanierungsplan in Gestalt eines Insolvenzplanes vorgelegt und darüber entschieden werden. Mit den Gläubigern hat sich das Diakonische Werk insofern ins Benehmen gesetzt. Vor diesem Hintergrund bitten wir Sie zur Sicherstellung der Fortführung der Arbeit des DWP in jedem Falle weiterhin im zugesagten Rahmen die Zuwendungen wie bisher zu leisten.“ Diese Bitte gebe ich an die Gemeinden - die ehemaligen Mitglieder des Diakonischen Werkes - weiter. Es ist geplant, die beiden Diakonieimmobilien in Potsdam und Werder zu verkaufen. Es wird jedoch erwartet – so Frank Hohn -, dass zwei bis drei Millionen Euro Schulden nicht zurückgezahlt werden können.

Ich habe der Potsdamer Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten am 25. Januar 2014 zu ihrem Neubau eines Gemeindezentrums gratuliert und die Glückwünsche des Kirchenkreises überbracht. Das Gemeindezentrum im Bornstedter Feld (Pappelallee) kostet die einhundert Personen starke Adventistengemeinde 1,2 Millionen Euro.

Mit einem Festgottesdienst ist am 26. Januar 2014 die Altarsanierung in der Bergholzer Kirche abgeschlossen worden. Unter der Leitung der Restauratorin S. Koch wurde die historische Fassung von 1925 wiederhergestellt.

Noch zu selten werden die Fördermöglichkeiten unserer Kirche von den Gemeinden des Kirchenkreises in Anspruch genommen. Das gilt für den Fonds missionarischer Aufbruch (vgl. www.ekbo.de), aber auch für die unten genannten Fördertöpfe. Bitte prüfen Sie, ob Projekte Ihrer Gemeinden förderfähig sind!

- Die 2010 in der EKBO gegründete Stiftung „Kirche im Dorf“ fördert Sachmittelkosten für Glaubenskurse, Tauffeste, Kindermusicals, Kinderbibelwochen, Chorprojekte/-reisen, Pilgerreisen, Konfirmandenfahrten, Ausflüge Christenlehre, Seniorenfahrten und Bibelstunden. Antragsformular unter www.kircheimdorf.org.

- Die KD-BANK-STIFTUNG fördert Vorhaben von Kirche und Diakonie, „die für Kirche und Diakonie von strategischer Bedeutung sind, deren Finanzierung nicht anderweitig oder noch nicht vollumfänglich gesichert ist, die einen innovativen Charakter besitzen, die öffentlich wahrgenommen werden“. Bewerbungsschluss ist das Jahresende, also der 31. 12. Mittelvergabe erfolgt im Mai. Infos unter www.KD-Bank.de/Stiftung; Mail: stiftung@KD-Bank.de

Pfarrerin Angelika Behnke lädt ein zum gemeindeübergreifenden GKR-Rüsttag „Glaubenskursarbeit“ am Samstag, dem 29. März 2014, 10-14.30 Uhr in den Räumen der Heilig-Kreuz-Kirchengemeinde (Kiezstraße 10). Zusammen mit den beiden Kollegen des Projektes „Erwachsen glauben“ aus den Kirchenkreisen Zossen-Fläming und Berlin-Tempelhof Friedemann Düring und Dirk Möller möchte sie Inhalte und Ziele der Glaubenskursarbeit erläutern. Anmeldung unter Erwachsenglauben@evkirchepotsdam.de bis 14. März 2014.

Die Nikolai-Kirche hat - gegenüber dem neuerstandenen Landtagsschloss gelegen - auch landeskirchlich immer größere Bedeutung. Mit einem sehr gut besuchten ökumenischen Gottesdienst wurde unter dem Mitwirken von Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Bischof Dr. Markus Dröge am 18. Januar 2014 in der Nikolai-Kirche das neue Landtagsgebäude eröffnet.

Das KVA (Bereich Meldewesen) hat die Statistik der Wiedereintritte 2013 in der Wiedereintrittsstelle St. Nikolai vorgelegt: 20 Wiedereintritte (10 Frauen, 10 Männer) sind erfolgt.

Intensiv hat sich der Kreiskirchenrat auch mit der Situation im Jugendhaus „El Centro“ befasst. Kreisjugendpfarrer Jochen Reinke hat dazu anschaulich berichtet. Drei zentrale Herausforderungen stellen sich: der Mangel an geeigneten Fachkräften, die Zielgruppe (Jugendliche aus dem Zentrum Ost) sind eine herausfordernde Gruppe und die anspruchsvolle Arbeit ist nicht realistisch mit vorhandenen zwei Jugendmitarbeiter Stellen machbar. Der Kreisjugendpfarrer hat de facto Leitung und Organisation übernehmen müssen. Die Wahrnehmung der El Centro-Aufgaben geht zu Lasten der kreiskirchlichen Aufgaben des Kreisjugendpfarrers. Ich werde gemeinsam mit Jochen Reinke und Vertretern der Stadt über eine bessere personelle Ausstattung sprechen.

Folgende Bausondermittel und Mittel zur Förderung der Kirchenmusik konnten per Beschluss des Kreiskirchenrates vergeben werden:

  • Vergabe Bausondermittel 2014:
  • KG Babelsberg Innenraumsanierung Kirche 25.000 €
  • KG Frieden Treppenhaussanierung Pfarrhaus West 18.500 €
  • KG Grube Turm Kirche innen: Putz-und Elektroarbeiten 2.000 €
  • KG Auferstehung Sanierung Kellertreppe zum Heizungsraum Kapelle 750 €
  • KG Bergholz-Rehbrücke Außenanlagen Gemeindehaus 10.350 €,
  • Wasserleitung auf dem Friedhof 2.010 €
  • KG Pfingst / Sacrow Sanierung Gr. Weinmeisterstr. 49c 35.000 €
  • Wandrestaurierung Pfingstkirche Kanzelseite (Vandalismusschaden) 3.580 €
  • KG Werder Sanierung Portal Kirche 9.113 €
  • Sanierung Terrasse Pfarrhaus 9.085 €

 

Vergabe Mittel für Kirchenmusik aus dem kreiskirchlichen Haushalt 2013

KKR beschließt, die Mittel für Kirchenmusik im kreiskirchlichen Haushalt 2013 an folgende Gemeinden als Zuschuss zu vergeben:

  • KG Babelsberg Gospellight-Babelsberg 835,90 €
  • Babelsberger Posaunenchor 412,67 €
  • Posaunenchor Caputh 98,00 €
  • Kinderchor Friedensgemeinde 1.200,00 €
  • KG Nikolai 1.500,00 €

 

Anregung des Kreiskirchenrats:

Die AG Kirchenmusik wird zukünftig mit in die Planung der Mittelvergabe für Kirchenmusik mit einbezogen.

Die öffentliche Diskussion über den Umgang der Kirche mit ihren Finanzen hält an. Der Öffentlichkeitsbeauftrage unserer Landeskirche Dr. Volker Jastrzembski schreibt und bitte geben Sie diese Informationen in den Gemeinden weiter! „Zum Jahreswechsel haben die Banken ihre Kunden informiert, dass sie einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden abfragen. Dies hat in den letzten Tagen zu vielen Nachfragen von Kirchenmitgliedern und leider auch zu Kirchenaustritten geführt. Hintergrund der Abfrage ist, dass ab 2015 die Kirchensteuer auf die Kapitalertragssteuer automatisch einbehalten und an die steuererhebenden Religionsgemeinschaften abgeführt wird. Damit endet das seit Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 geltende Übergangsverfahren. Es handelt sich nicht um eine zusätzliche Kirchensteuer, sondern allein um eine Umstellung des bisherigen Verfahrens (Hervorhebung Zehner!). Zu Ihrer Information und freien Verwendung in Gemeindeblättern, Internetseiten und Mitgliederinformationen leiten wir Ihnen eine Information der EKD zu diesem Thema im Anhang weiter. Zudem sind diese Informationen auch auf den EKD-Seiten im Internet gestellt, außerdem finden sich dort auch Erklärungsvordrucke: http://www.ekd.de/kirchenfinanzen/kirchensteuer/1280.html Auch die Seite des Bundesfinanzministeriums informiert darüber http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Steuern/steuern.html Wir selbst werden die Informationen am Wochenende auch unter http://www.ekbo.de/kirchensteuer/ aufbereiten.“ Manche Gemeinden haben den Artikel unseres Bischofs zu den Kirchenfinanzen („Der Tagesspiegel“ vom 21. Oktober 2013, abgedruckt in meinem Bericht zur Herbstsynode 2013) in ihren Gemeindebrief übernommen. Nutzen Sie auch unsere innerkirchlichen Möglichkeiten, um über die Verwendung kirchlicher Mittel aufzuklären!

Die Finanzabteilung des Konsistorium (OKR Dr. Heidrun Schnell) hat mitgeteilt, dass die ungewöhnlichen Mehreinnahmen der Kirchensteuer 2013 aufgrund von „Verlagerungen von Gehaltsabrechungsstellen“ großer Konzerne nach Berlin erfolgt sind. Durch einen Vorwegabzug in der Kirchensteuerzuweisung soll eine Rücklage geschaffen werden, um nach dem „Kirchenlohnsteuerverrechnungsverfahren zwischen den Gliedkirchen der EKD“ für Rückforderungen aus anderen Landeskirchen gerüstet zu sein.

In Brandenburg haben sich im vergangenen Schuljahr rund zwölf Prozent der Schülerinnen und Schüler vom Pflichtfach „Lebensgestaltung-Ethik-Religion“ (LER) befreien lassen und stattdessen am Religionsunterricht teilgenommen. Damit ist die Zahl der LER-Abmeldungen in den vergangenen sechs Jahren kontinuierlich angestiegen.

3. Perspektiven für die Zukunft

Sechs Arbeitsfelder bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit:

- Katechetik: die Stellen haben „KW-Vermerke“. In der familienfreundlichsten Stadt Deutschlands können wir die Arbeit mit Kindern nicht zum „Wegfall“ bringen. Bis zum neuen Stellenplan im Jahre 2016 wollen wir uns konzeptionell neu aufstellen.

- Kirchenmusik: ein erster Entwurf, der das kreiskirchliche Konzept Kirchenmusik fortschreibt, soll in der März-Sitzung des Kreiskirchenrates vorgestellt werden. Die AG Kirchenmusik unseres Kirchenkreises hat ihn erarbeitet.

Eine wichtige Frage wird sein, wie eine möglichst breite Gemeindebeteiligung in der konzeptionellen Arbeit - insbesondere bei Katechetik und Kirchenmusik – gewährleistet werden kann. Der Vorsitzende des Kreiskirchlichen Strukturausschusses, Pfarrer Georg Thimme, hat dazu einen Vorschlag gemacht, den ich gerne unterstütze, und zwar mit Hilfe von Ältestentagen die Gemeinden stärker einzubeziehen. In der Märzsitzung des Kreiskirchenrates werden wir über diese Verfahrensfrage sprechen. Leider steht Pfarrer Thimme in einer neuen Legislatur nicht mehr als Vorsitzender des Kreiskirchlichen Strukturausschusses zur Verfügung. Er gehört jedoch auch in der neuen Legislatur dem synodalen Ausschuss an.

- Garnisonkirche: mit der neuen Pfarrerin Cornelia Radeke-Engst wird weiter an der Umsetzung des Synodenbeschlusses zur Garnisonkirche vom 17. März 2012 gearbeitet. Ich füge den Beschluss „Leitgedanken zur Gestaltung des kirchlichen Lebens an der Garnisonkirche“ im Anhang bei (vgl. auch meine positive Bilanz nach einem Jahr auf der Frühjahrssynode im März 2013). Das geplante Bürgerbegehren der Initiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ ist eine gute Gelegenheit, die Inhalte des Synodenbeschlusses in die Öffentlichkeit zu bringen. Das Bürgerbegehren wird den Wiederaufbau auch überregional bekannter machen. Diese Chance sollten wir nutzen! Der Widerstand durch die Initiative „Potsdam ohne Garnisonkirche“ hat zu keinem Rückgang der Mitgliederzahlen in der „Fördergesellschaft zum Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e. V.“ geführt, sondern hilft nach meinem Empfinden eher, das große Wiederaufbau-Projekt mit seinen Inhalten in die Medien zu bringen. Ich freue mich als Superintendent und Kurator der Stiftung Garnisonkirche, wie viele Verantwortungsträger aus ganz Deutschland sich im Kuratorium für Potsdam einbringen. Ähnliches gilt für die Mitglieder der Fördergesellschaft. Gerade in dem Jahr, in dem sich der Beginn des 1. Weltkrieges zum 100. Mal jährt, wird zum Ausdruck gebracht: Wir Europäer, wir Deutsche verschweigen nicht unsere Geschichte, wir können daraus lernen und wir schlagen neue Wege ein: „Eine Kultur des Friedens bauen“ – steht auf einem Transparent an der Baustelle. Dafür wollen wir die Garnisonkirche in Potsdam aufbauen!

- „Erwachsen glauben“: Die Projektstelle, die Pfarrerin Angelika Behnke innehat, wird uns helfen, Glaubenskurse für Erwachsene zum Regelangebot zu machen in unseren Gemeinden. Im Frühjahr und im Herbst jeden Jahres sollen Glaubenskurse beginnen. Wir wollen regelmäßig in der Öffentlichkeit dafür werben (vgl. www.kurse-zum-glauben.de). Bitte geben Sie den sehr instruktiven und materialreichen Bericht von Pfarrerin Behnke in Ihrer Gemeinde weiter!

- „Seelsorge an Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen“: in diesem Jahre läuft die Projektstelle, die Pfarrer Tilemann Wiarda innehat, aus. Ich spreche derzeit mit Trägern in der Diakonie und mit Krankenhäusern, ob diese sehr wichtige Arbeit, durch die Bereitstellung finanzieller Mittel fortgesetzt werden kann.

- Ein besonderes Anliegen sind mir die Neuzugezogenen. Durch den Umzug an einen anderen Ort und in eine ihm noch fremde, neue Gemeinde verliert ein evangelischer Christ leider oftmals die Beziehung zur Kirche. Es braucht besondere Anstrengungen, damit Neuzugezogene Heimat finden in ihrer neuen Gemeinde und ihre Gaben einbringen können. Schon allein das Zusammenführen, die Zusammenschau der ganz unterschiedlichen Formen der Begrüßung von Neuzugezogenen in unserem Kirchenkreis würde ein großer Erkenntnisgewinn sein!

„Welche Kirche morgen?“ Manchmal habe ich den Eindruck: In unserer Evangelischen Kirche in Deutschland sind die „Stimmen der Unheilspropheten“ übermächtig geworden. Eine „völlig religionslose Zeit“ sei es, der wir entgegen gehen. Die konsequente Antwort darauf: die beständige Planung des Rückbaus. „Etsi Deus non daretur“ geschieht das – so sagte mir kürzlich ein Amtsbruder: „als ob es keinen Gott gäbe“. Diese Stimmung schlägt sich auch bei uns in Potsdam nieder. Das Protokoll der Kreissynode im Jahre 2006 enthält z. B. zur mittelfristigen Finanzplanung folgenden Satz - sie tagte im Oktober 2006 in der Aula des Evangelischen Gymnasiums Hermannswerder: „Das lässt für 2011 ein Defizit von reichlich 200.000 € erwarten, was 4,82 VbE bei den Pfarrstellen bzw. 3,77 VbE bei den Angestellten entspricht (die verloren gehen, Anm. Zehner). Eine Lösung für diese Unterfinanzierung muss gefunden werden.“ Die Niederschrift der Synodentagung in Potsdam ein halbes Jahr zuvor, im Frühjahr 2006 gibt wieder: „Trotz steigender Bevölkerung sinkt die Anzahl der Jugendlichen drastisch (bis 2010 um 2/3 …).“ Liebe Schwestern und Brüder: Wie kommen wir zu verlässlichen Prognosen? Darum werden wir immer wieder neu ringen müssen.

Lasst uns aber den Gemeindeaufbau planen und nicht den Rückbau! Das ist unser Auftrag. Mit Optimismus, auf der Grundlage von Fakten und mit der Zuversicht, die aus dem Glauben kommt. Wir Christen sind Gestaltungsoptimisten! Wir sprechen jeden Sonntag auch den dritten Glaubensartikel: „Ich glaube an den Heiligen Geist.“ Gottes Geist wirkt in dieser Welt und schafft eine reich begabte Kirche! Das ist unsere Stärke, das sind die vorhandenen Stärken, von denen ich sprach. Mit diesen Stärken werden wir die Zukunft gestalten.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

Anhang

Beschluss der Kreissynode in der Erlösergemeinde vom 17. März 2012 "Leitgedanken zur Gestaltung des kirchlichen Lebens an der Garnisonkirche"

Die Kreissynode begrüßt die begonnene Arbeit an der Kapelle der Garnisonkirche Potsdam. Sie nimmt die Ergebnisse der Diskussionen in den Gruppen und im Plenum zur kirchlichen Arbeit an der Kapelle der Garnisonkirche Potsdam zur Kenntnis. Sie bittet die Stiftung Garnisonkirche Potsdam, bei der Festlegung der Arbeitsschwerpunkte folgende Anliegen zu berücksichtigen:

  • Versöhnung als Thema über allem - Ort der Versöhnung mit Profil
  • Erinnerung an die Union von 1817: was bedeutet das für die Vergangenheit und für die Zukunft?
  • Aufarbeitung der gesellschaftlichen Umbrüche, Veranstaltungen zum Themenkreis „Rücksicht-nahme, Toleranz, Versöhnung“
  • Auseinanderdriften unserer Stadt Potsdam
  • Ökumene
  • Christlich-jüdischen Dialog dort verorten, interreligiöser Dialog
  • Ort gegen Rechts: Kirche als Erinnerung an das, was Rechtsradikalismus bewirken kann
  • verschiedene didaktische und methodische Zugänge in multifunktionalen Räumen zum Thema Konflikte - global und lokal
  • Angebote für alle gesellschaftlichen Gruppen (z. B. Schulen...)
  • Kooperation mit der Heilig-Kreuz-Gemeinde
  • Angebot für Seelsorge an Soldaten auch außerhalb und zusätzlich zur Bundeswehr. Wie in al¬len Kirchengemeinden soll die Militärseelsorge auch dort verortet sein.
  • Keine ausschließliche Nutzung durch die Bundeswehr, Kooperation mit anderen kirchlihen Partnern.
  • Ort der Ausländerseelsorge
  • Stadtkirchenarbeit, „Heimat auf Zeit“, niedrigschwelliges Angebot für Touristen, Missionsarbeit
  • Hochschulkirche mit Bildungszentrum

Die Kreissynode beschließt die Gründung einer Arbeitsgruppe, die unter Berücksichtigung der oben genannten Anliegen und in Zusammenarbeit mit der Fördergesellschaft für den Wiederaufbau der Garnisonkirche Potsdam e.V. und der Stiftung Garnisonkirche Potsdam die Arbeit an diesem Ort in-haltlich-konzeptionell begleitet.

Sie beauftragt den Vertreter des Kirchenkreises Potsdam im Kuratorium der Stiftung Garnisonkirche, in einem Jahr über die Behandlung der Leitgedanken durch die Stiftung Garnisonkirche Potsdam zu berichten.