Die Arbeitsgruppe "Kirche und Nationalsozialismus"

Seit 2013 besteht eine Arbeitsgruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Geschichte der Potsdamer Gemeinden in der NS-Zeit zu erforschen.

Viele evangelische Kirchengemeinden waren nach 1933 zerrissen zwischen dem Anspruch der Nationalsozialisten, auch in den Kirchen die nationalsozialistische Ideologie durchzusetzen, und dem Willen vieler Christen der "Bekennenden Kirche", ihrem Glaubensbekenntnis zu dem Gott Israels treu zu bleiben. Mit der Geschichte dieser Zeit befasst sich die AG Kirche und Nationalsozialismus. 2014/2015 stellte sich die Arbeitsgruppe mit einer Veranstaltungsreihe vor. Auftakt der Reihe war der 12.8.2014 mit der Enthüllung der Gedenktafel für Anni von Gottberg. Der 12.8. ist der 80. Jahrestag eines wichtigen Datums in der Geschichte der "Bekennenden Kirche"

Denn am 12.8.1934 trafen sich Vertreter Potsdamer und Nowaweser Kirchengemeinden, um die Opposition gegen die nationalsozialistischen Deutschen Christen in der Kirche zu organisieren. Eingeladen hatte zu diesem Treffen Anni von Gottberg. 

2015 war die Ausstellung "Gott mehr gehorchen als den Menschen - Die Gründung der Bekennenden Kirche in Potsdam" in der Friedenskirche Potsdam-Sanssouci. Die Resonanz des Publikums und der Presse war sehr positiv.

2016 war die Ausstellung in der St. Nikolaikirche Potsdam Am Alten Markt zu den Öffnungszeiten der Kirche zu sehen. 

Im Rahmen des Kirchentages wird die Ausstellung vom 22.-28.5.2017 in der Gedenkstätte Lindenstraße, Lindenstraße 54/5, 14467 Potsdam zu sehen sein. http://www.gedenkstaette-lindenstrasse.de

Eine Gruppe Jugendlicher recherchierte im Herbst 2016 und Frühjahr 2017 zu Gustav Herzfeld, einem Juristen, der in Potsdam lebte. Am 20.3.2017 wurde der Stolperstein für Gustav Herzfeld von dem Künstler Gunter Demnig verlegt. Bei der Verlegung sprachen der Oberbürgermeister Jann Jakobs und Stadtkirchenpfarrer Simon Kuntze. Dr. Sascha Topp (Historiker), Julius Barth, Lasse Apel, Lea Müseler, Mareike Knoll-Arnold, Muriel Friedrich, Nikolai von Pfeil, Simon Wittram, Venja Röber und Wendelin Siegert stellten die Arbeitsergebnisse ihrer Recherche vor. Ulfa von den Steinen, Cordelia Cascella, Nikel Pallat, Alexej Mend, Angehörige aus der Herzfeld-Familie, waren bei der Stolperstein-Verlegung anwesend. Die Recherchegruppe plant die Herausgabe einer Broschüre zum Leben Gustav Herzfelds und seiner Familie. 

Wir sind weiterhin dankbar für Hinweise auf Objekte, Fotos, Briefe und weitere Dokumente, die die verschiedenen Facetten der Kirchenopposition zeigen und die Geschichte der Christen jüdischer Herkunft in der Zeit des Nationalsozialismus dokumentieren. 

Wenn Sie Interesse haben, in der Arbeitsgruppe "Kirche und Nationalsozialismus" mitzuwirken, wenden Sie sich an Pfr. Simon Kuntze, simon.kuntze@evkirchepotsdam.de 

Wenn Sie die Arbeit der Arbeitsgruppe finanziell unterstützen wollen, können Sie eine Spende überweisen an das KVA Potsdam, Ev. Bank eG, BIC GENODEF1EK1, IBAN DE12520604100003909859, Verwendungszweck Stadtkirche Zeitgeschichte

Mitglieder der Arbeitsgruppe „Nationalsozialismus und Kirche“

  • Tobias Büloff
  • Ulrike Funke
  • Pfr. Simon Kuntze
  • Pfrn. Mechthild Metzner
  • Rüdiger Postier
  • Rudolf Reinhold
  • Jutta Seehaus
  • Sascha Topp
  • Jeanette Toussaint
  • Ulrike Wendt