11.03.2019 Mo

Menschen aus anderen Ländern unter uns Neuigkeit

Der Beratungsfachdienst begleitet Migrantinnen und Migranten. An dieser Stelle werden einige Geschichten vorgestellt. Dieses Mal: Frau Muse aus Somalia

Hintergrund

Frau Muse (Name geändert) ist im Juni 2015 nach Deutschland gekommen. Sie floh aus Somalia und musste dort ihren Sohn zurücklassen. Dieser ist mittlerweile 5 Jahre alt. Aufgrund der täglichen Angriffe der Al Shabab Milizen in Somalia hat die Mutter große Angst um ihr Kind und kämpft darum, dass sie es zu sich holen kann. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat ihr einen Schutzstatus – ein Abschiebeverbot – zugesprochen. Hiermit ist ein Familiennachzug in der Regel nicht möglich. Derzeit läuft daher ihr Klageverfahren vor dem Verwaltungsgericht Potsdam für einen besseren Schutzstatus (Flüchtlingsanerkennung). In Deutschland hat Frau Muse ihren jetzigen Mann kennen- und lieben gelernt. Beide sind mittlerweile muslimisch verheiratet und haben ein 6 Monate altes Baby – Maria.

Der Ehemann wurde als Asylantragsteller Leipzig zugeweisen und muss somit getrennt von seiner Familie leben. Daher läuft bereits seit mehr als einem Jahr der Umverteilungsantrag in die Stadt Potsdam. Er hat zwar in Potsdam eine Arbeit gefunden, kann sich jedoch hier nicht anmelden, solange die Ausländerbehörde nicht zustimmt.

Frau Muse, Sie waren in den letzten Wochen sehr oft zu Gast bei der Diakonie. Welche Unterstützung haben Sie benötigt?

Wir, mein Mann und ich, benötigten Unterstützung in verschiedenen Angelegenheiten. Es ging zum einen um den Asylantrag unseres Babys. Zum anderen geht es um den Umverteilungsantrag meines Mannes zu mir und unserer Tochter. Und für uns ist es auch wichtig, durch die Diakonie den regelmäßigen Kontakt zum Rechtsanwalt zu haben.

Wie waren die letzten Wochen bzw. Monate für Sie? Welche schönen Momente gab es und was war schwer für Sie?

Der schönste Moment in den letzten Monaten war, dass unser gemeinsames Kind gesund auf die Welt gekommen ist. Und es war auch sehr gut für uns, dass mein Mann Arbeit gefunden hat.

Es ist schwer für uns, dass sein Asylverfahren vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) abgelehnt wurde und er jetzt auch im Klageverfahren ist. Das bedeutet, dass er noch nicht bei uns wohnen darf. Hier läuft wie gesagt das Verfahren zur Umverteilung. Was mich noch sehr beschäftigt und traurig macht, dass ich noch immer nicht meinen ersten Sohn zu mir nach Deutschland holen kann. Gerade jetzt, wo es in Mogadischu wieder Terroranschläge durch die Milizen gab. 

Ist in der letzten Zeit etwas Besonderes passiert? Was hat sich dadurch für Sie geändert?

Das Asylverfahren von meinem Mann wurde abgelehnt, das bedeutet für uns weiter langes Warten aufgrund des Verfahrens vor dem Verwaltungsgericht. Und meine Tochter hat endlich ihren elektronischen Aufenthaltstitel bekommen. Das ist wichtig für das Jobcenter, um die Leistungen unproblematisch zu erhalten

Welche Zukunftswünsche gibt es?

Ich erhoffe mir für die Zukunft, dass ich meinen Sohn schnell nachholen kann. Und ich wünsche mir, hier weiter zu lernen. Meine Tochter wird ab September in die Kita gehen und ich wieder zum Sprachkurs in die Schule.

                                        

Das Gespräch mit Frau Muse führte der Beratungsfachdienst für MigrantInnen