13.03.2019 Mi

Der evangelische Kirchenkreis im Dialog Neuigkeit

Hochrangige Gäste aus Politik, anderen Religionsgemeinschaften, Universität und Wirtschaft waren der Einladung des Kirchenkreises gefolgt, um den Synodalen ein Feedback aus ihrer speziellen Sichtweise zu geben.

Die Wahrnehmung des Kirchenkreises im Außenraum war das Schwerpunktthema der Frühjahrssynode des ev. Kirchenkreises Potsdam am 8. und 9. März 2019.

Wie werden die Bemühungen der evangelischen Kirche in Potsdam über verschiedenste Angebote mit den Bürgern in Kontakt zu treten wahrgenommen – bzw. werden sie überhaupt wahrgenommen? Dieser Frage stellten sich die Mitglieder der Kreissynode, dem Parlament des Kirchenkreises. Hochrangige Gäste aus Politik, anderen Religionsgemeinschaften, Universität und Wirtschaft waren der Einladung des Kirchenkreises gefolgt, um den Synodalen ein Feedback aus ihrer jeweiligen Sichtweise zu geben:

Oberbürgermeister Mike Schubert, Prof. Dr. Johann Hafner (Universität Potsdam), Hartmut Pirl (Tourismusverband Potsdam), Dr. Anis Towfigh (Mitglied des Geistigen Rates der Baha’i) gaben den Synodalen in Referaten und Gruppengesprächen wertvolle Hinweise für die künftige Arbeit; Ud Joffe (Synagogengemeinde Potsdam) gab sein Statement in Form einer Videobotschaft.

OB Mike Schubert machte deutlich, dass die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Kirche schon heute weit mehr umfasst als Angebote im Bereich Kultur und Musik. Er betonte die Arbeit des Kirchenkreises mit Flüchtlingen und die Zusammenarbeit im interreligiösen Forum. Besonders bei der Entwicklung neuer Wohngebiete wünschte sich der OB ein Zusammenwirken der Akteure aus Stadt und Kirche, z.B. bei der Gestaltung des Dialogs im Prozess einer wachsenden Stadt zur Bearbeitung der Frage: „Was heißt behutsam wachsen“? Er wies darauf hin, dass dabei auch die Nutzung von Social Media vorteilhaft wäre.

Professor Dr. Johann Hafner betonte die Zusammenarbeit der Universität mit dem Studentenpfarrer bei den Hochschulgottesdiensten, wünschte sich aber noch mehr geistliche Angebote, wie z.B. Semesteranfags- und -schlussgottesdienste als Teil des universitären Lebens. Ebenso ermutigte er zur Zusammenarbeit bei der Einrichtung eines interreligiösen Andachtsraums („Raum der Stille“) an zentraler Stelle des Campus Golm.

Kirchen als Orte für Touristen stellte Hartmut Pirl, der stellvertretende Vorsitzende des Tourismusverbands Potsdam in den Mittelpunkt. Um bei Touristen Interesse wecken, müssten die Kirchen in angemessener Weise im Wegeleitsystem der Stadt Potsdam erscheinen. Er ermunterte die Synodalen innerhalb der Kirchengemeinden abzuwägen, inwieweit sie sich rund um Touristen in Potsdam engagieren wollen. Um Kirchen ins touristische Blickfeld zu rücken gab er Beispiele, wie die Mittel des Marketings genutzt werden könnten. Allen Kirchengemeinden legte er die Nutzung von sozialen Medien u. des Internets nahe.

Dr. Anis Towfigh sah viele Schnittstellen mit dem Kirchenkreis Potsdam: Menschen anderer Herkunft zu integrieren und Menschen in Not zu unterstützen seien gemeinsame Anliegen. Er wünsche, gemeinsam mit anderen Religionsgemeinschaften in Potsdam zu reflektieren, was die Stadt Potsdam brauche.

Für die Synagogengemeinde Potsdam hatte der Vorsitzende Ud Joffe eine Videobotschaft vorbereitet. In der Videobotschaft hob er die Arbeit des Kirchenkreises Potsdam mit Flüchtlingen hervor und auch die Stadtkirchenarbeit. Er wünschte sich Verständnis für die Haltung der Synagogengemeinde zur Garnisonkirche und dass auch die neue Synagoge als Versöhnungsort wahrgenommen wird.

Die Kreissynode Potsdam beschloss, die Mitgliedschaft in der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Potsdam e.V. zu beantragen.

Die Impulse der Gäste fließen in einen Erneuerungsprozess des Kirchenkreises ein, in dem eigene Arbeitsfelder kritisch überprüft werden und der den Blick auf neue Ziele freigibt.

 

Ansprechpartnerin:

Evangelischer Kirchenkreis Potsdam

Superintendentur Potsdam

Präses der Kreissynode

Britta Hüttner

Am Grünen Gitter 1

14469 Potsdam

britta.huettner@evkirchepotsdam.de