„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“ Das fragen die beiden Engel am Ostermorgen die Frauen, als sie am Grab Jesu standen. „Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ Den Lebenden bei den Toten suchen, das war die große Versuchung der Kirche zu allen Zeiten. Jesus ist nicht eine Gestalt der Geschichte. Er lebt und geht an unserer Seite! Lukas erzählt von den Jüngern, die nach Emmaus unterwegs sind, und Jesus an ihrer Seite - unerkannt. Als sie den unbekannten Begleiter zu sich nach Hause einladen, da erkennen sie ihn.

Die „Emmausgeschichte“ geschieht im Grunde überall und zu allen Zeiten. „Jesus lebt mit ihm auch“, so Christian Fürchtegott Gellert, ein Osterlied. Teresa von Avila beschrieb die Erfahrung so: „Nichts beunruhige dich, nichts ängstige dich, alles geht vorbei, Gott ändert sich nicht. Die Geduld erreicht alles. Wer Gott hat, dem fehlt nichts, Gott allein genügt“. Sie trug diese Sätze immer auf einem Zettel bei sich. Schreiben auch Sie es auf! Legen Sie Ihren Zettel vor die Checkkarte in den Geldbeutel. Hören sie das Taizelied im Internet „Nada turbe – nichts beunruhige dich …“. Gott ist nur ein Gebet weit entfernt. Jesus ist gegenwärtig im Heiligen Geist in dieser Welt, erfahrbar wie der Wind auf der Haut, aber nicht verfügbar. Der Heilige Geist lässt sich erbitten (vgl. Lukas 11,5-13). Er führt uns zum Glauben und erschließt uns den Trost des Evangeliums. Auch heute! Lesen Sie Bücher von Menschen, in deren Leben die Emmausgeschichte wahr wurde:

  • Nina Hagen, „Bekenntnisse“, 2010 erschienen - Jesus lebt!
  • Daniel Böcking, „Ein bisschen Glauben gibt es nicht.
    Wie Gott mein Leben umkrempelt.", 2016 erschienen

...oder sehen Sie einen Film über Gott auf dem Lebensweg. Lassen Sie sich umkrempeln! Entdecken Sie, dass Jesus schon so viele Jahre an Ihrer Seite ist, wie es der Evangelist Lukas für die Emmausjünger beschreibt.

Die Reise in das „Land des Glaubens“ beginnt. Ein Gebet in der Friedenskirche zum Ostergottesdienst kann der Anfang sein. Gott ist da, wer ihn gefunden hat, der hat einen „Schatz“ gefunden, so heißt es in der Bibel oder - wie Daniel Böcking sagt - einen „Sechser im Lotto“.

Superintendent Dr. Joachim Zehner