In unserer Welt müssen wir immer gut drauf sein: „Du guckst ja so ernst!“ und keiner erwartet auf die Frage „Wie geht’s?“ eine ehrliche Antwort. Passionszeit heißt: sich dem eigenen Schmerz zu stellen; den Traurigkeiten nicht ausweichen, auf Jesu Kreuz zu sehen und dabei auch das eigene Leid in den Blick zu nehmen. Es ist eine kostbare Erfahrung: Wer nicht ausweicht, der gewinnt, wer sich dem eigenen Leid stellt, der wird nicht schwächer, sondern stärker. Ein verlässlicher Gesprächspartner für die, denen es ähnlich geht! Ich muss mich nicht immer zusammenreißen. Froh sind wir alle, wenn einer einmal aus der Schweigespirale ausbricht und erzählt, wie es ihm wirklich geht. Jesus weiß, wie es mir geht. Christsein heißt: Nicht ausweichen.

Die Passionszeit dauert vom Aschermittwoch, dem 14. Februar 2018 bis Karfreitag, den 30. März 2018.  Sieben kostbare Wochen, um im Blick auf das Leiden stärker zu werden. Gott begegnen – authentisch leben: Ja, so sieht es in mir aus. Besuchen Sie die Gottesdienste dieser Zeit oder andere Veranstaltungen unserer Potsdamer Gemeinden, die das Passionsthema aufgreifen. Und vor allem den Karfreitagsgottesdienst am 30. März. Es wird sie verändern! Es tut uns gut, ehrlich zu werden mit uns selbst. Der Frühling wird in ganz neuer Weise in unsere Herzen einziehen: Karfreitag und Ostern gehören zusammen. Wer Christ ist, der kann Realist sein, und er wird wachsen in der Liebe.

Superintendent Dr. Joachim Zehner