08.10.2015 Do
"Riesen-Thermoskanne" des Heizkraftwerks Potsdam-Süd von Dr. Jost Kremmler

"Riesen-Thermoskanne" des Heizkraftwerks Potsdam-Süd von Dr. Jost Kremmler Neuigkeit

Die "Riesen-Thermoskanne", die gerade erst fertig geworden und mit gereinigtem und enthärtetem Wasser gefüllt ist, war der Anlass für einen Besuch des Ökumenischen Ökologiekreises beim Heizkraftwerk Potsdam-Süd am 8.10.2015.

"Riesen-Thermoskanne" des Heizkraftwerks Potsdam-Süd

Die "Riesen-Thermoskanne", die gerade erst fertig geworden und mit gereinigtem und enthärtetem Wasser gefüllt ist, war der Anlass für einen Besuch des Ökumenischen Ökologiekreises beim Heizkraftwerk Potsdam-Süd am 8.10.2015. Es gibt noch relativ wenige Fernwärmespeicher in Deutschland. Dieser in Potsdam mit einer Füllhöhe von 45 m geht Ende des Jahres in Betrieb und ermöglicht eine statische Druckhaltung über 4 bar im 170 km langen Fernwärme-Leitungsnetz. (In Nürnberg steht ein Speicher sogar mit 70 m Höhe und noch größerer Kapazität.)
Der Stahlbehälter mit einem Innendurchmesser von 37 m ruht auf einem Fundament, das wegen den weichen Baugrundes nur wenige Meter von der Nuthe entfernt, 2,5 m dick und seinerseits auf 211 Bohrpfählen, 17 m tief, gegründet ist. Die Außenisolierung besteht aus einem halben Meter Steinwolle. Insgesamt kostete die Investition 11,6 Millionen Euro. (MAZ vom 3.7.15). Zwei 10-MW-Heizkessel machen sie eigentlich zu einem "Riesentauchsieder".

Zugrunde liegt die Idee, „grüne“ Fernwärme aus Überschussstrom aus regenerativen Quellen (Power to Heat) zu erzeugen, wie Jörn-Michael Westphal, Geschäftsführer von ProPotsdam in einem Vortrag zu Beginn des Jahres dargestellt hat ( http://web.gdw.de/uploads/pdf/veranstaltungen/vku-kongress/5_Vortrag_Westphal.pdf ). Durch den Betrieb sollen 157000 Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden.

Das Heizkraftwerk Potsdam-Süd (Gas und Dampf) mit Kraft-Wärme-Kopplung besteht aus zwei identischen GuD-Kraftwerksblöcken mit jeweils einer Gasturbine, einer Dampfturbine, einem Stromgenerator und einem Abhitzekessel, wie Herr Große, der Leiter der „Verbundwarte“, dem „Gehirn“ sozusagen für die Steuerung von Strom, Fernwärme, Trinkwasser und Abwasser erklärte. Hier laufen alle aktuellen Informationen über Störungen, Wasserdruck oder den Betrieb von Anlagen der EWP zusammen. Das Heizkraftwerk mit einem Wirkungsgrad von ca. 85 %, einer thermischen Leistung von 275 MW und einer elektrischen Leistung von 84 MW ist wärmegeführt, unabhängig vom Strombedarf, weil die Erzeugung von Fernwärme im Vordergrund steht. Fast 60 % der Haushalte in Potsdam werden damit versorgt.

Jost Kremmler
Potsdam, am 8. Oktober 2015