25.08.2019 So
Exkursion nach Krampnitz

Exkursion nach Krampnitz Neuigkeit

An der nördlichen Nahtstelle zwischen Potsdam und Berlin: Krampnitz - ein neues und grünes Stadtquartier

Angefangen hat die Bebauung 1936 bis 39 für die Heeres-Reitschule der Wehrmacht, später für die Schule für Schnelle Truppen bzw. Panzertruppenschule. Die nördlich gelegene Döberitzer Heide diente als Truppen-übungsgelände. In der Mitte befand sich ein rechteckiger Reitplatz, heute wird dieser als Zentral-Park geplant.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die zahlreichen Gebäude mit einem großen Offizierskasino von der Roten Armee als Kaserne genutzt - mit bis zu 10 000 Soldaten. 1991 und 92 zogen alle Soldaten der Roten Armee ab und durften alle bewegliche Dinge mitnehmen.

2007 wurde die Fläche an dänische Unternehmen verkauft, erst 2013 hat die Stadt entschieden, einen Entwick­lungsplan zu machen. Die Wohnungsgesellschaft Deutsche Wohnen AG in Berlin kaufte 2016 Teilflächen. Nicht alle Kaufverträge waren unumstritten, ein Untersuchungsausschuss im Brandenburger Landtag hat vieles aufgeklärt. Der Entwicklungsträger verwaltet 3/4 der Fläche im Auftrag der Stadt und schafft Baurecht.
Bereits jetzt wird ein Kohlebunker abgerissen und auf einer Teilfläche von ca. vier Hektar im nördlichen Bereich Altlastensanierung durch einen mikrobiologischen Abbauprozess mit Melasse-Injektionen durchgeführt, weil meh­rere 1000 Liter Chlorkohlenwasserstoffe als Reinigungsmittel von Mitte der 1980er-Jahre bis 1991 in den Boden gesickert waren.
Am Rand des Krampnitzsees läuft die Bundesstraße B2 über Groß Glienicke nach Spandau an der östlichen Ecke des Kasernengeländes mit dem 36 m hohen markanten Turms mit dem volkstümlichen Namen 'Spargel' vorbei. Hier
soll die B2 mit abbremsender Wirkung (von z. Z. 70 auf 50 oder 30 km/h) durch zwei Ampeln mit Krampnitz ver­knüpft werden.

Durch die räumliche Nähe der Funktionen Wohnen, Arbeiten und Versorgen soll Autoverkehr minimiert oder ganz überflüssig werden; die verbliebenen Autos sollen in wenigen Quartierparkhäusern mit sechs Etagen abgestellt werden. Eine Aufforderung an die Investoren lautet: "Baut attraktive Fahrradabstellmöglichkeiten!" Auf dem Hauptalleenring ohne Parkplätze am Straßenrand werden Busse in zwei Richtungen verkehren. Bei der Sanierung der zweigeschossigen Kasernen mit Klinkerfassade ist nur Innendämmung möglich; weitere sechs- und achtge­schossige Hochhäuser als Wohnhäuser und sogar ein Hochhaus mit über 10 Geschossen und einem öffentlich zu­gänglichen Dachgeschoss sind geplant. Mit dem Einzug der ersten Bewohner soll auch die Verlängerung der jetzi­gen Tramlinie von der Innenstadt zum Campus Jungfernsee bis Krampnitz erfolgt sein. Dies soll bis 2035 geschehen. Außerdem soll eine Verknüpfung mit Marquardt erfolgen, von wo aus mit dem Regionalexpress Spandau und Berlin wie auch Potsdam Hauptbahnhof schnell erreichbar sein werden.
Ein Blockheizkraftwerk wird Nahwärme und Öko-Strom bereitstellen.
Urban Gardening, statt Schrebergärten, soll das Quartier grün und lebendig machen.
Bald wird eine Webseite „krampnitz.de“ über weitere und aktuelle Einzelheiten informieren.

Am 15. August 2019 machte Herr Bernd Robert, vom Entwicklungsträger Potsdam GmbH (Treuhänder der Stadt Potsdam), für die Vertreter des Ökumenischen Ökologiekreises Potsdam und weiteren Interessierten eine fach­lich sehr fundierte Führung über das Gelände Krampnitz. Aus Unfallschutzgründen konnten wir leider nicht in die Nähe der Panzerkaserne. Dieses Gebäude ist für das Projekt „KiK“ („Kirche in Krampnitz“), in der Verantwortung der Kirchenkreise Falkensee und Potsdam, geplant
( siehe auch http://kirchenkreis-falkensee.de/allgemein/panzerhalle-in-krampnitz-wird-zum-raum-fuer-gottesdienste/ .

Dr. Jost Kremmler und Werner Lehmphul           im August 2019